Chaffeurvermittler

Fahrdienst Uber zieht sich aus drei deutschen Städten zurück

Kunden werden bald nur noch in Berlin und München in Uber-Fahrzeuge steigen: In drei anderen Städten ist der Fahrdienst gescheitert.

Die App des Fahrdienstes Uber ermöglicht es Nutzern, Mitfahrgelegenheiten spontan in der Umgebung zu finden.

Die App des Fahrdienstes Uber ermöglicht es Nutzern, Mitfahrgelegenheiten spontan in der Umgebung zu finden.

Foto: Martin Ollman / Getty Images

Hamburg.  Der umstrittene Chauffeurvermittler Uber zieht sich aus Hamburg, Frankfurt und Düsseldorf zurück. In den drei Städten legt Uber ab dem 9. November eine „vorübergehende Pause“ ein, erklärte Uber am Freitag. Man konzentriere sich auf Berlin und München: Dort macht das Unternehmen nach seinen Angaben 70 Prozent des Geschäfts.

Das Grundprinzip des Fahrdienstvermittlers: Uber bietet eine App an, mit deren Hilfe Privatpersonen zahlungswillige Mitfahrer finden können. Dafür verlangt die Firma einen Teil des vereinbarten Tarifs.

Der Fahrdienst hat hierzulande keinen leichten Stand. Politik, Verwaltung und Justiz achten darauf, dass die Bestimmungen beim Beförderungsgewerbe eingehalten werden. Der Deutschland-Chef des Unternehmens, Christian Freese, begründete den Rückzug damit, dass es „schwierigen Rahmenbedingungen bei der Vermittlung von Fahrten professioneller Mietwagenunternehmer“ gebe. Das US-Startup ist in Deutschland derzeit mit seinen beiden Mietwagendiensten UberX und UberBlack aktiv. In der Hauptstadt vermittelt Uber außerdem herkömmliche Taxifahrten.

Andere Uber-Dienste bereits im Frühjahr eingestellt

Freese räumte ein, dass es Uber nicht gelungen sei, das Angebot an die Nachfrage anzugleichen. „Wir mussten erkennen, wie aufwendig es unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen in manchen Städten ist, ein Produkt zu entwickeln, das unserem Anspruch gerecht wird“, sagte er. „Insbesondere die Unsicherheiten und Ermessensspielräume auf lokaler Ebene haben wir unterschätzt.“

Den Mitfahrdienst UberPOP stellte das US-Unternehmen in Deutschland bereits im Frühjahr ein, nachdem das Landgericht Frankfurt den Dienst gestoppt hatte. Uber dürfe nur Fahrten anbieten, bei denen der Lenker des Autos eine behördliche Genehmigung zur Beförderung von Personen habe, hatte das Gericht sein Urteil begründet. In einer aktuellen Mitteilung kündigt der Fahrdienst an, „weiter gemeinsam mit Politik und lokalen Behörden an einer langfristigen Lösung für ganz Deutschland zu arbeiten“.

Uber bietet seine Dienste nach eigenen Angaben weltweit in 55 Ländern an, wird aber in immer mehr Märkten gerichtlich ausgebremst. Der Wert der Firma wird auf 40 Milliarden Dollar taxiert. Zu ihren Geldgebern zählen Google und die Großbank Goldman Sachs. (REUTERS/dpa/ls)