Frankfurt/Main

Bundesbank: Sparen kann sich trotz Niedrigzinsen lohnen

Frankfurt/Main.  Trotz der anhaltend niedrigen Zinsen kann sich das Sparen für Privatanleger nach wie vor lohnen. Befürchtungen, dass es sich für die Deutschen nicht mehr rentiere, Geld auf die hohe Kante zu legen, seien unbegründet, schreibt die Deutsche Bundesbank in ihrem Monatsbericht.

Die realen Renditeeinbußen seien dank der sehr niedrigen Inflation nicht so groß, wie man angesichts der niedrigen Zinsen denken könnte. Zudem hielten die Deutschen neben den vergleichsweise renditeschwachen Bankeinlagen auch renditestärkere Anlageformen wie Aktien oder Lebensversicherungen. So bewegte sich die reale Rendite etwa bei Lebensversicherungen der Bundesbank zufolge stets im positiven Bereich. Seit 2012 sei sie wegen der gesunkenen Inflationsrate wieder auf das Niveau der frühen 90er- und mittleren Nullerjahre gestiegen. Noch größer ist die Rendite bei Aktien, mit dem Nachteil, dass die Kurse stark schwanken.

Über alle Anlageformen der Haushalte lag die durchschnittliche Rendite zwischen 2008 und 2015 bei 1,5 Prozent. Zwischen 1991 und 2007 waren es im Schnitt 3,5 Prozent. Hauptursache für den Renditeverlust sei gewesen, dass die privaten Haushalte ihr Geld von Termin- und Spareinlagen in geringer oder gar negativ verzinste Sichteinlagen umgeschichtet hätten.

Die Haushalte legten neun Prozent ihres verfügbaren Einkommens zurück, berichtete die Bundesbank. Das sei genauso viel wie zur Jahrtausendwende, als die nominalen Zinsen deutlich höher waren – die Inflation aber auch.