Wolfsburg

VW verpflichtet Ex-Opel-Chef als Konzernstrategen

Sanierungsspezialist startet am 1. November in Wolfsburg

Im Abgasskandal setzt der kriselnde Autobauer VW auf einen weiteren ranghohen Manager der Konkurrenz. Der ehemalige Chef des Autoherstellers Opel, Thomas Sedran, wird zum 1. November neuer Chefstratege bei Volkswagen, wie Europas größter Autobauer in Wolfsburg meldete. Der 51-jährige Augsburger gilt als Mann für schwere Sanierungsfälle.

Gut 20 Jahre hat Sedran als Berater der Autoindustrie gearbeitet, bevor er Anfang 2012 in den Opel-Vorstand berufen wurde. Der promovierte Ökonom übernahm in Rüsselsheim zunächst das neu geschaffene Ressort Geschäftsentwicklung und Unternehmensstrategien mit dem Ziel, den seinerzeit kriselnden Autobauer auf profitables Wachstum zu trimmen. Nach dem Rauswurf des glücklosen Karl-Friedrich Stracke lenkte Sedran das Unternehmen von Juli 2012 bis Ende Februar 2013 – übergangsweise. Mit dem Amtsantritt des heutigen Opel-Chefs Karl-Thomas Neumann wechselte Sedran nach Zürich, wo er für die Marken Chevrolet und Cadillac der Opel-Mutter GM in Europa zuständig war.

Bei Opel war er nicht nur maßgeblich an der Entwicklung des Zehnjahresplanes beteiligt, mit dem der Hersteller in die Gewinnzone zurückkehren will. Er hat auch die Kosten gedrückt, das Aus der Opel-Fertigung in Bochum verkündet und etwa die Rückkehr des Herstellers ins Fußballsponsoring und in den Motorsport beschlossen.

Vor seiner Zeit bei Opel hat Sedran mehr als zehn Jahre für Roland Berger Strategy Consultants gearbeitet und war einer der Leiter des Geschäftsbereichs Europäische Automobilindustrie bei der Unternehmensberatung AlixPartners in München. In dieser Position war er an der Schließung des Opel-Werks Antwerpen beteiligt, wo rund 8000 Mitarbeiter entlassen wurden.

VW hat zugegeben, Dieselmotoren mit einer Software ausgestattet zu haben, die den Schadstoffausstoß auf Prüfständen manipuliert. Weltweit sind elf Millionen Fahrzeuge betroffen, 8,5 Millionen davon in Europa.

Vor zehn Tagen hatte VW bereits Daimler-Vorstandsmitglied Christine Hohmann-Dennhardt verpflichtet. Die ehemalige Richterin am Bundesverfassungsgericht soll sich im VW-Konzern um das Ressort „Integrität und Recht“ kümmern.