Wirtschaft

EVG warnt vor Stellenabbau bei der Güterbahn

Gewerkschaft macht Politik für Probleme mitverantwortlich

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat angesichts des drohenden Stellenabbaus der Deutschen Bahn in der Gütersparte an die Politik appelliert. „Wir sehen hier auch den Eigentümer in der Pflicht“, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft am Sonntag. „Da sollte man sich überlegen, wie man da lenkend eingreift, um die Bahn zu stärken.“

Bahnchef Rüdiger Grube hatte zuvor in der „Welt am Sonntag“ angekündigt, angesichts roter Zahlen von DB Schenker Rail erstmals seit Jahren im Bahnkonzern wieder Stellen abbauen zu wollen. Das Geschäftsmodell des Schienengüterverkehrs stelle er „explizit auf den Prüfstand“, sagte Grube der Zeitung. er rechnet damit, dass die Güterverkehrssparte in diesem Jahr Verluste einfahren wird. Ein Grund dafür sei der monatelange Streik der Lokführer. Nach Ende des Arbeitskampfes im Frühsommer seien acht bis zehn Prozent der Kunden nicht zur Bahn zurückgekehrt. Zudem gebe es strukturelle Probleme. Einige Verladestationen, wie Güterbahnhöfe heute genannt werden, seien nicht mehr ausreichend ausgelastet und müssten geschlossen werden.

Grund für die Probleme ist nach Ansicht der EVG aber auch die Verkehrspolitik des Bundes, durch die Güter zunehmend auf der Straße statt auf der Schiene transportiert werden.

Laut Bahnchef Grube müsste aber kein Mitarbeiter der Güterverkehrssparte die Arbeitslosigkeit befürchten. Es gebe einen bahninternen Jobservice, der Mitarbeiter qualifiziert und weitervermittelt. Der Konzern suche ständig Mitarbeiter und stelle jedes Jahr bis zu 10.000 neue Kollegen ein, betonte Grube. Derzeit würden vor allem Lokführer und Mitarbeiter für die Infrastruktursparte gesucht.