Bonn

Briefporto soll zum Jahreswechsel auf 70 Cent steigen

Bonn.  Deutschlands Verbraucher müssen sich voraussichtlich auf eine kräftige Anhebung des Briefportos zum Beginn 2016 einstellen. Einen Standardbrief zu versenden, soll vom 1. Januar an 70 statt 62 Cent kosten, wie „Bild“ berichtete. Ein Entwurf einer 70-Cent-Briefmarke liege der Zeitung vor, sie werde bereits millionenfach gedruckt. Ein Postsprecher sagte, es sei noch keine Erhöhung bei der Bundesnetzagentur beantragt. Die Aufsichtsbehörde muss der Post als reguliertem Unternehmen im Briefbereich Preisänderungen genehmigen. Es wäre bereits die vierte Erhöhung in Folge und mit einem Plus von 13 Prozent zugleich die höchste.

Der Postsprecher verwies darauf, dass die Bundesnetzagentur derzeit die Rahmendaten zur Preisfestsetzung überarbeite. Sobald die Behörde die Maßgrößen festgelegt habe, werde das Unternehmen seine Pläne bekannt geben und Kunden zeitnah informieren. Die Bundesnetzagentur will bis Ende November entschieden haben. Danach kann die Post einen Antrag auf Erhöhung des Briefportos stellen, über den dann binnen zwei Wochen entschieden wird.

Die Bundesregierung hatte die sogenannte Post-Entgeltregulierungsverordnung im April dieses Jahres geändert. Danach werden beim Briefporto nicht nur die eigenen Kosten, Produktivitätsfortschritt und Inflationsraten berücksichtigt, sondern auch Gewinnmargen vergleichbarer europäischer Unternehmen. Die Bundesnetzagentur wird der Post Obergrenzen vorgeben, bis zu denen sie die Preise im Briefbereich für bestimmte Produkte erhöhen kann.