München/Berlin

Siemens streicht weniger Stellen in der Energiesparte

München/Berlin.  In der kriselnden Stromerzeugungssparte von Siemens fallen weniger Stellen weg, als ursprünglich geplant. Statt rund 1700 werden nur noch 1100 Stellen wegfallen, wie der Gesamtbetriebsrat in München meldete. Nach langen Verhandlungen einigten sich Unternehmen und Arbeitnehmervertreter auf einen Sozialplan. Die Zahl der Stellen soll über Abfindungen und Altersteilzeit verringert werden. Auch will das Unternehmen Stellen nicht nachbesetzen. Betriebsbedingte Kündigungen sind durch eine Betriebsvereinbarung bei Siemens in Deutschland ausgeschlossen. Betroffen von dem Sparprogramm sind vor allem die Standorte Berlin und Mülheim. Allein in Berlin sollten 495 der 3500 Stellen wegfallen.

„Viele der geplanten Verlagerungen werden nicht oder nur teilweise umgesetzt, womit wichtige Technologiekompetenz auch künftig in Deutschland erhalten bleibt“, sagt Klaus Abel, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Berlin. Zudem werde der überwiegende Teil der Abbaumaßnahmen erst in rund zwei Jahren greifen. Das Unternehmen meldete, es sei wichtig, die geplanten Einsparungen zu erreichen. Eine genaue Summe nannte Siemens nicht. Für die Einigung werden unter anderem übertarifliche Leistungen gekürzt.

Die Stromerzeugungssparte leidet unter Überkapazitäten weltweit. Zudem ist die Nachfrage nach sehr großen Gasturbinen vor allem in Europa schwach. Insgesamt sollten deshalb 4500 Stellen in der Sparte wegfallen. Zu viele Standorte kümmerten sich um gleichartige Vorprodukte, hieß es.