Medienwirtschaft

Spiele, Web und Mobile-Geschäft: Boom in der Hauptstadtregion

Die digitalen Märkte bringen in Berlin und Brandenburg das Geschäft voran. Fernsehmacher arbeiten gern in der Region. Der Bereich Film stabilisiert sich auf hohem Niveau

Berlin.  Der Medienstandort Berlin-Brandenburg wird immer attraktiver. Bei der Vorstellung des Medienindex 2015 am Dienstag in Friedrichshain betonte Elmar Giglinger, Geschäftsführer Standortmarketing und –entwicklung beim Medienboard Berlin-Brandenburg, dass die Werte in allen Märkten der audiovisuellen Medienwirtschaft stabil oder steigend seien. Ein Ende des Aufschwungs sei nicht in Sicht.

Dargestellt werden in dem Bericht die Branchen Film/TV, Web/Mobile und Games. Umsatz- und Unternehmenszahlen stammen aus dem Jahr 2013, Daten über Beschäftigte kommen aus der Arbeitsmarktstatistik 2014. Das Medienboard legt einen Medienindex im zweiten Jahr in Folge vor.

Zwischen 2004 und 2013 wuchs der Gesamtumsatz der Medienwirtschaft in der Hauptstadtregion um 85 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro. Deutlich mehr als die Hälfte, 4,4 Milliarden Euro, erwirtschafteten die Digitalbranchen Games und Web/Mobile. Dort ist auch die Mehrzahl der Unternehmen angesiedelt: 7200 von 11.177 Firmen. Das Geschäft mit Computerspielen sorgt für mehr Einstellungen. Bei den audiovisuellen Berufen geht es in der Games-Branche am stärksten nach oben: 2014 waren dort 11.500 Menschen beschäftigt – 16 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Spieleindustrie, so die vom Medienboard bei House of Research in Auftrag gegebene Studie, entwickele sich „immer mehr zum Zentrum der internationalen Internetspieleindus­trie“. Unterstützend für diese Entwicklung sei ein gutes Aus- und Weiterbildungsangebot der Region.

Während die Märkte Web, Mobile und Games als Wachstumstreiber gelten, geht es am Film- und Fernsehstandort Berlin-Brandenburg in unterschiedlichem Tempo voran. Der Filmumsatz wuchs 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozent auf 878 Millionen Euro. 2013 gab es 16 Prozent mehr Unternehmen, 2014 ein Mitarbeiterplus von acht Prozent. „Das Jahr 2013 war auch ein starkes Jahr für das Studio Babelsberg“, sagte Giglinger.

Die TV-Branche setzte eine Milliarde Euro um

Der größere Markt ist TV, wo ein Umsatz von einer Milliarde verzeichnet wurde – ein Plus von fünf Prozent. Die Zahl der Unternehmen wuchs um vier Prozent, die Zahl der Beschäftigten um zehn Prozent. Erstmals werden im Medienindex die auf den TV-Bereich entfallenen Einnahmen aus der sogenannten „Haushaltsabgabe“ des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) hinzugerechnet. Die Erträge machen ein Drittel der Gesamteinnahmen des Fernsehmarktes aus. Zwei Drittel kommen aus der privaten Fernsehwirtschaft.

Medienboard-Geschäftsführer Giglinger, der seine Position Ende des Monats aufgibt, erinnerte an den Rückgang sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung „rund um das Krisenjahr 2009“. Die neuen Zahlen deuteten nun darauf hin, dass „ein Turnaround geschafft ist“, so Giglinger. Die Dynamik sei in Deutschland herausragend. „Ich bin der festen Überzeugung, dass es gerade erst richtig losgeht“, sagte Giglinger.