Mobile/Hamburg

Airbus eröffnet erstes Endmontage-Werk in den USA

Flugzeugbauer will dortigen Marktanteil auf 50 Prozent steigern

Mobile/Hamburg.  Die beiden großen Flugzeugbauer Airbus und Boeing wollen durch mehr Präsenz auf wichtigen Auslandsmärkten ihre Absatzchancen verbessern. Airbus wird dazu am Montag sein erstes Endmontage-Werk in den USA eröffnen. In Mobile im Bundesstaat Alabama sollen insbesondere Mittelstrecken-Maschinen der A320-Familie fertiggestellt werden.

Der Schritt über den Atlantik ist dem europäischen Flugzeugbauer viel Geld wert. 600 Millionen Dollar (530 Millionen Euro) investiert der Konzern in den Standort. Rund 1000 Arbeitsplätze sollen in den nächsten Jahren in der Hafenstadt am Golf von Mexiko entstehen. „Für einen internationalen Konzern wie Airbus ist es sinnvoll, in den Schlüsselmärkten vor Ort zu sein“, sagt Airbus-Chef Fabrice Brégier. Neben Europa und China seien dies die USA. Bisher werden die Flugzeuge der A320-Familie in Hamburg, Toulouse und Tianjin (China) gebaut.

„Mit dem Werk in Mobile verfolgen wir ein strategisches Ziel“, sagt Brégier. „Wir sind näher bei den Kunden, schaffen Jobs und Werte und verbessern unser Image im Land.“ Zudem biete der US-Markt einen klaren Wettbewerbsvorteil. Dort sei die Produktion günstiger als an den Standorten Hamburg und Toulouse, auch wenn man die Kosten für den Transport der Bauteile aus Europa berücksichtige.

Tatsächlich lagen die Europäer in Amerika lange hinter dem dort heimischen Rivalen Boeing zurück. So habe man vor drei Jahren noch weniger als 20 Prozent aller dort ausgelieferten Maschinen hergestellt, sagt ein Firmensprecher. Seitdem das Investment in Mobile bekannt gegeben wurde, sei der Auftragseingang von US-Airlines deutlich nach oben gegangen. Bei den Bestellungen habe Airbus nun einen Marktanteil von 40 Prozent, angepeilt seien 50 Prozent. Im kommenden Frühjahr soll der erste A321-Flieger ausgeliefert werden.

Auch Boeing bemüht sich um Fertigungsstandorte und Vertragspartner im Ausland, um mehr Aufträge an Land zu ziehen. So plant der US-Konzern die Endmontage von einigen Modellen der 737-Reihe in einem neuen Werk in China, berichtet das Fachblatt „Aviation Week“. Dort sollten die Maschinen künftig ihre Lackierung und einen Teil der Innenausstattung erhalten sowie Testflüge unternehmen.