Berlin

Deutsche Firmen liefern im Juli Exportrekord ab

Berlin.  Trotz Griechenland-Krise und Chinas Konjunkturschwäche haben die deutschen Exporteure einen Rekord geknackt. Sie starteten mit einem unerwartet starken Umsatzplus ins zweite Halbjahr und steigerten ihre Ausfuhren im Juli um 2,4 Prozent zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt meldete. Bereinigt um jahreszeitliche Schwankungen exportierten die Firmen Waren im Wert von 103,4 Milliarden Euro und damit so viel wie noch nie seit Beginn der Datenerhebung 1991.

„Das gute Geschäft mit den wichtigen Absatzmärkten USA, Großbritannien und dem gesamten Euro-Raum kann die Schwäche der Schwellenländer und vor allem Chinas mehr als ausgleichen“, sagte BayernLB-Experte Stefan Kipar. Allerdings dürften die erfolgsverwöhnten Betriebe Ökonomen zufolge die Wachstumsflaute in der Volksrepublik und anderen Schwellenländern bald zu spüren bekommen. „Der Exportsektor wird in den kommenden Monaten schlechter laufen“, sagte Chefvolkswirt Stefan Schilbe von HSBC Trinkaus.

Die USA haben unterdessen Frankreich im ersten Halbjahr 2015 erstmals als wichtigster Abnehmer für Waren Made in Germany abgelöst. Beflügelt vom schwachen Euro zogen die Exporte in die weltgrößte Volkswirtschaft um fast 24 Prozent an. Die lange Jahre rasant steigenden Ausfuhren nach China legten dagegen in den ersten sechs Monaten nur um 0,8 Prozent zu. Die Firmen profitierten vom schwachen Euro, der die Exporte nach Übersee billiger macht, sagte ING-Analyst Carsten Brzeski.