Marburg/Berlin

Bahnhöfe des Jahres kommen aus Hessen und Thüringen

Auszeichnung von Verkehrsclub: Die Bahnhöfe des Jahres 2015 kommen aus Hessen und Thüringen

Marburg/Berlin.  Die Bahnhöfe des Jahres 2015 liegen in Hessen und Thüringen. Eine Jury des Bahnlobby-Vereins Allianz pro Schiene vergab die Auszeichnungen am Mittwoch an den renovierten Bahnhof von Marburg an der Lahn sowie an die Berg- und die Talstation der Oberweißbacher Bergbahn.

Den neobarocken Bahnhof der Universitätsstadt Marburg habe ein Umbau und ein neuer, großzügiger Vorplatz zu einer „hellen, stillen Alltagsschönheit verwandelt“, teilte die Jury aus sechs Vertretern von Verkehrsclubs und Fahrgastverbänden mit. Vor der Sanierung sei der Bahnhof ein dunkler, vom Verkehr umbrauster Ort gewesen. Nun kämen hier Fußgänger, Radfahrer, Busreisende und Autofahrer gleichberechtigt zum Zug. Die Jury lobte außerdem die „mustergültig“ gelöste Barrierefreiheit, gerade für Sehbehinderte. Der Bahnhof in der Unistadt zählt durchschnittlich 11.000 Reisende und 160 Züge pro Tag. Die denkmalgeschützte Empfangshalle wurde 1909 eingeweiht. 2011 begann die Modernisierung, insgesamt wurden nach Angaben der Stadt 30 Millionen Euro investiert. In den vergangenen Jahren erhielten auch andere hessische Bahnhöfe die Auszeichnung: Hünfeld (2014), Oberursel (2013) sowie Darmstadt (2010).

An der prämierten Standseilbahn im Thüringer Wald gefiel den Juroren die Kombination aus raffinierter Ingenieurskunst, lieblicher Landschaft und herzlichen Mitarbeitern. Die Bahnhöfe Obstfelderschmiede (Talstation) und Lichtenhain (Bergstation) hätten „alles, was ein Tagestourist braucht“, inklusive Bahnmuseum und bewährten Thüringer Speisen. Die Oberweißbacher Bergbahn im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt wurde 1923 eröffnet und gilt als Deutschlands steilste Standseilbahn. Sie führt über 1,38 Kilometer durch eine Schlucht und bietet Ausblicke aufs Umland.