Berlin

Jeder Fünfte rutscht nach Jobverlust direkt in Hartz IV

DGB fordert Verlängerung der Rahmenfrist für Beitragszahlungen

Berlin.  Mehr als ein Fünftel der Beschäftigten, die im ersten Halbjahr 2015 ihren Arbeitsplatz verloren haben, sind zu Beginn ihrer Arbeitslosigkeit zum Hartz-IV-Empfängern geworden. Dies geht aus einer Auswertung der aktuellen Arbeitsmarktzahlen durch den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) hervor. Demnach rutschten von den 1,238 Millionen Menschen, die zwischen Anfang Januar und Ende Juni ihren sozialversicherten Job verloren, 264.000 oder 21,3 Prozent unmittelbar in Hartz IV. Viele scheiterten beim Eintritt in die Arbeitslosigkeit an den Zugangshürden zum Versicherungssystem und erhielten entweder gar kein Arbeitslosengeld oder nur so niedrige Leistungen, dass sie ergänzend auf Hartz IV angewiesen seien, heißt es in einem Papier des Leiters der DGB-Fachabteilung Arbeitsmarktpolitik, Wilhelm Adamy. Diese Zahlen zeigten, „dass der Weg vom Beschäftigten zum Hartz-IV-Empfänger sehr kurz sein kann und das soziale Auffangnetz der Arbeitslosenversicherung große Sicherungslücken hat“. Viele der Betroffenen hätten zwar ein ganzes Jahr Beiträge zur Arbeitslosenversicherung gezahlt. Sie hätten dies aber nicht innerhalb der letzten zwei Jahre – der gesetzlichen Rahmenfrist – schaffen können, weil sie befristet oder unregelmäßig beschäftigt gewesen seien.