Bundesdruckerei

Glänzende Geschäfte mit Ausweisen

Lukratives Geschäft: Die Bundesdruckerei in Berlin hat vergangenes Jahr fast 400 Millionen Euro Umsatz mit Ausweisdokumenten erzielt.

Das Gebäude der Bundesdruckerei  in Berlin

Das Gebäude der Bundesdruckerei in Berlin

Foto: dpa

Berlin. Für die Berliner Bundesdruckerei, die im Inland das Monopol bei den Ausweisdokumenten hat, entwickelt sich das Geschäft mit Pässen, Ausweisen und Führerscheinen immer mehr zur lukrativen Einnahmequelle. Der Bedarf an Ausweispapieren im In- und Ausland legt zu. Nach Recherchen der „Berliner Morgenpost“ kletterte der Umsatz mit Identifikationsdokumenten im vergangenen Jahr um 17 Prozent auf 391 Millionen Euro.

Der starke Anstieg hat viele Ursachen. So lässt sich der Personalausweis inzwischen auch zur Identifikation bei Online-Geschäften, etwa mit der Bank, einsetzen. Das fördert die Nachfrage nach dem „Perso“ mit Online-Freischaltung. Hinzu kommt die steigende Zahl von Fernreisen und damit häufig die Notwendigkeit von Reisepässen. Auch die wachsende Zahl von Ausländern in Deutschland fördert den Umsatz.

Sie benötigen einen „elektronischen Aufenthaltstitel“, wie das scheckkartengroße Chip-Dokument heißt, das äußerlich einem Personalausweis ähnelt. Zu den Wachstumstreibern im Ausweisgeschäft gehört insgesamt die Einbindung von Elektronik, biometrischen Kennzeichen, Datenbanken und automatisierten Identifikationsverfahren. Das Zeitalter der reinen Papierdokumente ist längst vorbei. Inzwischen sind von außen unsichtbare Chips in die Ausweise integriert.

Wettlauf mit Fälschern

Nächster Schritt in Deutschland ist die neue Reisepassgeneration ePass 3.0. Branchenkenner sprechen von einem Technik-Wettlauf mit Fälschern. Diese versuchen, durch manipulierte Ausweis­Chips die teilweise automatisierten Grenzkontrollen der EU auszuhebeln.

Die Bundesdruckerei steht nach Ansicht von Experten mit an der Technikspitze der Branche. So wurde im Juli eine Ausschreibung der Internationalen Zivilluftfahrtbehörde ICAO für ein Netzwerk zur Prüfung von Signaturzertifikaten in Elektronikpässen und Sperrvermerken der Nationen gewonnen.

Nach dem Umsatzschub 2014 ist die Bundesdruckerei auch für dieses Jahr optimistisch. Sie geht davon aus, im Inland mindestens zehn Millionen neue Pässe, Ausweise und Führerscheine ausstellen zu können. Wachsende Chancen sieht die Druckerei auch im Ausweisgeschäft im Ausland. So ist weithin unbekannt, dass die Bundesdruckerei mit einem Anteil von 25 Prozent gemeinsam mit anderen Firmen die Shanghai MITE Speciality & Precision Printing betreibt. Das Unternehmen ist alleiniger Lieferant der chinesischen Pässe.

Auch bei Ausweisen im Mittleren Osten mischt die Bundesdruckerei maßgeblich mit. In Kooperation mit den Vereinigten Arabischen Emiraten ist die Berliner Firma mit 49 Prozent am Unternehmen Emirates German Security Printing in Abu Dhabi beteiligt. Ziel ist die Produktion und Vermarktung von Identifikations-Lösungen für die Vereinigten Arabischen Emirate und andere Länder im Nahen Osten.

Nach dem jetzt im Bundesanzeiger hinterlegten Jahresabschluss 2014 stieg der Gesamtumsatz um 14 Prozent auf rund 453 Millionen Euro. Neben den Ausweisen wird auch Geld gedruckt. In diesem Segment sank der Umsatz leicht um sechs Prozent auf 62 Millionen Euro.