Frankfurt/Main –

PayPal-Konkurrent der deutschen Banken startet

Frankfurt/Main. Der gemeinsame Onlinebezahldienst der deutschen Banken will bei seinem Marktstart nichts überstürzen. Über das Angebot mit dem Namen Paydirekt sei am Montag die erste Transaktion abgewickelt worden, sagte Helmut Wißmann, einer der beiden Geschäftsführer, am Dienstag in Frankfurt. Nach einigen Pilotprojekten werde der PayPal-Konkurrent Schritt für Schritt mehr Banken und Händler anbinden. „Wir wollen technisch sauber sein und das können wir nicht, wenn wir einen Big Bang machen. Deswegen werden wir das kontrolliert nach oben fahren“, sagte Paydirekt-Geschäftsführer Niklas Bartelt.

Am ersten Pilotprojekt nehmen einige Mitarbeiter der HypoVereinsbank als Käufer und der Onlineshop D-Living teil. Die erste abgewickelte Transaktion am Montag um 10.46 Uhr war der Erwerb einer Dartscheibe. Bis Ende des Jahres sollen zahlreiche Händler, Privatbanken und Volks- und Raiffeisenbanken angebunden werden. Auf einen genauen Starttermin wollte sich Paydirekt nicht festlegen. Der Genossenschaftsverband BVR hatte zuletzt von November gesprochen.

Bei vielen Sparkassen, die sich erst im Frühjahr für eine Beteiligung an den Projekt entschlossen, wird sich die Anbindung allerdings bis nächstes Jahr hinauszögern. Mehrere Händler, Banker und Experten hatten dies als „Stotterstart“ kritisiert. Wißmann und sein Geschäftsführerkollege Niklas Bartelt sehen das langsame Hochfahren dagegen positiv. Die Reaktionen der ersten Kunden seien wichtig, um Schwächen abzustellen und bis Ende des Jahres einen stabilen und einfachen Onlinebezahldienst anbieten zu können.

Mittelfristig sollen 50 Millionen deutsche Girokonten angeschlossen werden. Paydirekt ist mit ihnen im Gegensatz zu PayPal direkt verbunden. Die meisten Onlinekäufe können Kunden freigeben, in dem sie einen Benutzernamen und ein Passwort eingeben. „Wir haben den Fokus auf Einfachheit und Bequemlichkeit gelegt“, sagte Bartelt. Er wirbt zudem damit, dass Paydirekt die Transaktionsdaten im Gegensatz zu anderen Onlinebezahldiensten nicht weiterverkauft.

Mit dem Angebot wollen die deutschen Banken der ehemaligen Ebay-Tochter PayPal Kunden abjagen. Paydirekt gehört den Geldhäusern und wird von ihnen bezahlt. Die Gebühren, die Händler bei Käufen über Paydirekt bezahlen müssen, müssten sie mit den einzelnen Banken aushandeln, sagte Bartelt. Das sei eine zentrale Forderung der Wettbewerbshüter gewesen. Die meisten Experten gehen davon aus, dass Paydirekt billiger sein wird als PayPal, um möglichst viele Händler für sich zu gewinnen.