Heilsbronn –

Modellbahnfirma Fleischmann beantragt Insolvenz

Heilsbronn.  Der Modelleisenbahn-Hersteller Fleischmann hat einen Insolvenzantrag gestellt – und will auf diese Weise einen erfolgreichen Neustart hinlegen. Die bisherige Firmenführung will dabei das Unternehmen im Rahmen einer Insolvenz in Eigenverwaltung wieder aufs Gleis setzen, wie Firmensprecher Michael Prock am Mittwoch sagte. Einen entsprechenden Antrag habe das im mittelfränkischen Heilsbronn sitzende Unternehmen beim Amtsgericht Ansbach gestellt, teilte die Salzburger Mutterfirma Modelleisenbahn Gruppe am Dienstagabend mit. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Münchner Anwalt Maximilian Breitling bestellt. Er werde bis zum Abschluss des Insolvenzverfahrens als Mitgeschäftsführer von Fleischmann fungieren, sagte Prock.

Nach Procks Angaben haben vor allem die hohen Pensionslasten zur Überschuldung geführt. „Die verbliebenen 33 Mitarbeiter von Fleischmann am Firmensitz sind nicht in der Lage, die Betriebspensionen von mehr als 600 ehemaligen Mitarbeitern zu erwirtschaften“, sagte Prock. Nach der Insolvenz übernehme die Zahlungsverpflichtungen künftig der Pensionssicherungsverein PSVaG. Ein weiterer Personalabbau im Rahmen der Insolvenz sei nicht geplant.

Fleischmann war im Jahr 1887 gegründet worden und stellte anfangs vor allem Blechspielzeug wie Schiffe und Schwimmtiere her. Am Standort Heilsbronn werden heute die Fleischmann-Bahnmodelle entwickelt und konstruiert. Neben Fleischmann gehört zu der Salzburger Modelleisenbahn Gruppe auch die Firma Roco. Nach den Herstellern Märklin, Hornby und Roco belegt Fleischmann Platz vier in Europa und hat einen Marktanteil von etwa zehn Prozent.