Tarifeinigung

Poststreik beendet - Kunden müssen weiter auf Pakete warten

Der Post-Tarifstreit ist beigelegt. Bei Briefen soll sich die Zustellung schnell normalisieren, auf Pakete müssen Kunden weiter warten.

Trotz der Tarifeinigung bei der Deutschen Post in der Nacht zum Montag müssen manche Kunden voraussichtlich noch lange auf ihr Paket warten. Bei Paketen könnte es ein bis zwei Monate dauern, bis sich die Lage normalisiert habe, sagte Benita Unger, Fachbereichsleiterin Postdienste der Gewerkschaft Verdi. Bei der Briefpost in Berlin und Brandenburg rechnet sie mit einigen Tagen bis zur Normalisierung.

Der Streik endet in der Nacht zum Dienstag. Deshalb könnte es am Montag auch nach der Tarifeinigung noch einige Streikende in der Region Berlin-Brandenburg geben. An dem Streik hatten sich in den vergangenen Wochen täglich um die 30.000 Beschäftigte beteiligt. Millionen Briefe und Pakete blieben jeden Tag liegen, die jetzt Schritt für Schritt zugestellt werden müssen.

Die bundesweit rund 140.000 Post-Beschäftigten erhalten der Einigung zufolge zum 1. Oktober 2015 zunächst eine Einmalzahlung von 400 Euro. Anschließend bekommen sie zum 1. Oktober 2016 zwei Prozent und zum 1. Oktober 2017 dann noch einmal 1,7 Prozent mehr Geld. Der Kündigungsschutz bei der Post wird um vier Jahre bis Ende 2019 verlängert.

Nach Angaben der Post-Personalchefin Melanie Kreis soll sich die Arbeit im Großteil der Zustellbezirke innerhalb weniger Tage normalisieren. Die Auswirkungen seien regional aber sehr unterschiedlich. "Aber wir setzen alles daran, die Rückstände sehr zeitnah aufzuarbeiten", sagte Kreis.

Die Post hatte in dem vierwöchigen unbefristeten Streik nie benannt, welche Regionen besonders betroffen waren. Nach Schilderung von Postkunden gab es aber vor allem in Ostdeutschland große Probleme, da dort kaum Beamte für streikende Angestellte einspringen konnten.

Berlin und München waren stark betroffen, aber auch beispielsweise im nordrhein-westfälischen Münster blieben Briefe teils zwei Wochen liegen.

Den Abschluss lobte die Verhandlungsführerin der Post als "Gesamtpaket, das unseren Mitarbeitern Sicherheit und Perspektive bietet sowie gleichzeitig künftiges Wachstum ermöglicht". Zentraler Streitpunkt waren neue Regionalgesellschaften im Paketdienst mit schlechterer Bezahlung als der Post-Haustarif. Hiermit konnte sich die Post-Spitze durchsetzen, verpflichtete sich aber zugleich, das Modell nicht auf den wesentlich größeren Briefbereich zu übertragen.

In den neuen Paket-Gesellschaften sollten jetzt Tausende neue Stellen entstehen, sagte Kreis. Die Pläne eines Ausbaus von jetzt 6500 auf 20.000 bis zum Jahr 2020 nannte sie "sehr realistisch".