Eurokrise

Schon 900.000 Euro: Griechenland per Crowdfunding gerettet?

Ein Londoner Manager hat eine Crowdfunding-Kampagne für Griechenland gestartet. Die Millionen-Marke könnte heute fallen. Aber die Zeit drängt.

Die Börse in Athen soll eine Woche lang geschlossen bleiben, und auch an den Bankautomaten bekommen viele Griechen schon seit ein paar Tagen kaum noch Geld.

Die Börse in Athen soll eine Woche lang geschlossen bleiben, und auch an den Bankautomaten bekommen viele Griechen schon seit ein paar Tagen kaum noch Geld.

Foto: Fotis Plegas G. / dpa

1,6 Milliarden Euro muss Griechenland in dieser Woche an seine Kreditgeber zahlen. Eigentlich. Denn so viel ist sicher: Das hoch verschuldete Land wird seine Rückzahlungen aussetzen. Zu klamm ist die finanzielle Lage der Regierung in Athen. Woher also nehmen, wenn nicht stehlen? Eine neue Idee, wie die Griechen am Ende doch noch an Geld gelangen könnten, kommt nun aus London.

Thom Feeney hat am Montag eine Kampagne auf der bekannten Crowdfunding-Plattform Indiegogo gestartet. Dort sammelt der Marketing-Manager nun Geld – insgesamt 1,6 Milliarden Euro – für Griechenland. Und über 56.000 Menschen haben bereits mitgemacht. So sind innerhalb von drei Tagen über 900.000 Euro zusammengekommen (Stand: Mittwoch, 16.25 Uhr). Zugegeben: bis zum Ziel ist es noch ein weiter Weg. Doch Feeney gibt sich in den Kommentare zu seiner Kampagne optimistisch. “503 Millionen Menschen leben in der Europäischen Union. Wenn wir alle nur ein paar Euro geben, können wir Griechenland zurück in die richtige Spur helfen. Ganz einfach“, schreibt er auf Indiegogo. Doch das Tempo scheint nicht zu reichen - jedenfalls wenn man die eingenommene Summe mit den verbleibenden Tagen ins Verhältnis setzt.

Zu den “Goodies”, die die Spender für ihre Beiträge erhalten, zählen neben Postkarten von Premier Alex Tsipras auch griechischer Fetakäse, eine Flasche Ouzo und Urlaub für zwei in Athen.

Als Witz möchte Feeney seine Kampagne übrigens nicht verstanden sehen. Er schreibt: “Ich kann verstehen, dass hier einige einen Witz vermuten. Ich glaube jedoch, dass Crowdfunding tatsächlich einen Unterschied machen kann.”