Postzusteller

Bei der Post wird ab nächster Woche unbefristet gestreikt

Zu Wochenbeginn wird bei den Zustellern der Post wieder gestreikt. Die Verhandlungen im Tarifstreit gelten als gescheitert. Die Dauer des Ausstandes ist offen.

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Bei der Deutschen Post wird ab Beginn der kommenden Woche unbefristet gestreikt. Montag oder Dienstag beginne der Arbeitskampf, wann konkret, werde die Gewerkschaft Ver.di kurzfristig bekanntgeben, sagte ein Sprecher in Berlin.

An den Warnstreiks der vergangenen Wochen hätten jeweils 4000 bis 8000 Beschäftigte teilgenommen, gestreikt worden sei an unterschiedlichen Tagen und in unterschiedlichen Einrichtungen. „Das werden mehr, und das wird nachhaltiger.“ Neue Gespräche mit dem Konzern stünden „nicht mehr zur Debatte“.

Ver.di hatte in der sechsten Verhandlungsrunde am Dienstag gefordert, die Mitarbeiter der umstrittenen Post-Regionalgesellschaften künftig nach Haustarifvertrag zu bezahlen. Im Gegenzug verzichte die Gewerkschaft auf eine lineare Einkommenserhöhung in diesem Jahr. Die Tarifverhandlungen würden als gescheitert angesehen, wenn das Unternehmen diesen Vorschlag ablehne. Die Post müsse bis Donnerstag um 16 Uhr Stellung beziehen.

Frist ist verstrichen

Der Konzern ließ diese Frist verstreichen. Ein Sprecher erklärte am Donnerstag, das einseitige Aufstellen einer solchen Frist sei für das Unternehmen „nicht nachvollziehbar und lässt jeglichen Willen zu einer Einigung am Verhandlungstisch vermissen“. Er kündigte eine Stellungnahme des Konzerns zum jüngsten Vorschlag der Gewerkschaft Anfang kommender Woche an.

Die 49 neu gegründeten Regionalgesellschaften der Post sind der Knackpunkt in den Tarifverhandlungen. Bei den Regionalfirmen werden die Mitarbeiter nicht nach dem Post-Haustarifvertrag, sondern nach den niedrigeren Tarifregelungen der Speditions- und Logistikbranche bezahlt.

Ver.di wirft Post Verhandlungsbruch vor

Ver.di kritisiert dieses Vorgehen als Bruch früherer Vereinbarungen. In den Tarifgesprächen forderte die Gewerkschaft zum Ausgleich zunächst eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden für die rund 140.000 Tarifbeschäftigten des Konzerns. Außerdem sollten die Löhne um 5,5 Prozent steigen bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Der Tarifkonflikt wird seit Wochen von Arbeitsniederlegungen begleitet. Immer wieder verzögerte sich dadurch die Auslieferung von Briefen und Paketen in einigen Regionen.