Bahnstreik

Am Sonntag will die GDL über möglichen Streik entscheiden

Bei der Bahn könnte ab Montag wieder gestreikt werden. Die von der Lokführer-Gewerkschaft GDL ausgerufene Streikpause läuft am Sonntag aus. Bei Twitter sorgt ein Tweet für Diskussionen.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Im bislang ungelösten Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn gilt noch bis einschließlich Sonntag eine Streikpause. Kurz vor Ende der von der Lokführer-Gewerkschaft GDL angekündigten Zurückhaltung sorgen indes schon vermeintliche Hinweise auf Arbeitsniederlegungen in der kommenden Woche für Diskussionen. Laut einem über den Kurznachrichtendienst Twitter verbreiteten und vielfach kommentierten Tweet plant die GDL ab Montag einen weiteren, dieses Mal sogar über 91 Stunden gehenden Streik. Urheber der Nachricht soll Medienberichten zufolge ein beim GDL-Konkurrenten EVG organisierter Lokführer aus dem Westerwald sein. Dieser beruft sich laut HR-online auf eine „glaubwürdige Quelle“.

Viele Nutzer teilten den Tweet, dabei sind an dessen Wahrheitsgehalt Zweifel angebracht. Bis zum Abend wurde der Tweet offenbar gelöscht, kursierte allerdings noch als Screenshot in dem sozialen Netzwerk. Auch das Nutzerkonto des angeblichen Lokführers war nicht mehr auffindbar.

GDL-Bezirksvorsitzender nennt Tweet „Gerücht, das jeder Grundlage entbehrt“

Offiziell äußerte sich die GDL bis Freitagabend nicht zu den Gerüchten. In der Gewerkschaftszentrale in Frankfurt am Main war am Nachmittag nur der Anrufbeantworter erreichbar. Nach Informationen der Berliner Morgenpost will die GDL-Spitze am Sonntag in Berlin über ihr weiteres Vorgehen beraten. Laut dem Berliner GDL-Bezirksvorsitzenden Frank Nachtigall ist die Twitter-Nachricht „ein Gerücht, das derzeit jeder Grundlage entbehrt“. Kein Bahnreisender müsse am Montag „ins Schwitzen geraten“. Würden weiterer Arbeitskampfmaßnahmen beschlossen, werde rechtzeitig vorher darüber informiert, versicherte Nachtigall.

Zuletzt hatte die GDL ihre Mitglieder vom 17. Oktober an für 50 Stunden zum Streik aufgerufen. In Berlin war dadurch der Fern- und Regionalverkehr, aber auch die S-Bahn weitgehend lahmgelegt.