Kfz-Versicherungen

Teltower Autoversicherer Direct Line wird verkauft

Im umkämpften deutschen Markt für Autoversicherungen ist Direct Line Nummer 3. Mehr als eine halbe Million Autos hat der Kfz-Versicherer unter Vertrag. Jetzt wird ein Käufer für die Teltower gesucht.

Foto: Paul Zinken / dpa

Der drittgrößte deutsche Kfz-Direktversicherer Direct Line aus Teltow steht zum Verkauf. Die gleichnamige britische Muttergesellschaft bestätigte am Freitag Pläne, sich von ihren Töchtern in Deutschland und Italien trennen zu wollen. Die beiden Gesellschaften würden zusammen mit rund 370 Millionen Euro bewertet. Eine Entscheidung über den Käufer sei Ende September zu erwarten. Medienberichten zufolge sind unter anderem die Allianz und Talanx interessiert.

Direct Line äußerte sich am Freitag nicht zum Verlauf des Verkaufsprozesses, der Insidern zufolge von der Investmentbank Goldman Sachs organisiert wird. Die von Teltow bei Berlin aus geführte Deutschland-Tochter hat nach eigenen Angaben nahezu 570.000 Fahrzeuge versichert, liegt damit aber deutlich hinter dem Marktführer HUK24. Direct Line beschäftigt in Teltow rund 350 Mitarbeiter.

Ohne die Auslandstöchter wäre Direct Line nur noch auf dem umkämpften britischen Markt vertreten. Im ersten Halbjahr stieg der Gewinn vor Steuern um acht Prozent auf 225 Millionen Pfund (283 Millionen Euro), vor allem wegen eines Sparprogramms. Die Aktionäre des Börsenneulings sollen dafür eine Sonderdividende bekommen. Die Direct-Line-Aktie stieg um 3,3 Prozent auf 294,3 Pence.