Solarmodulhersteller

Jobs bei der Berliner Solon verschwinden nach Arabien

Der Solarmodulhersteller Solon war ein Aushängeschild der Berliner Industrie. Nun wird der Standort abgewickelt. Viele Mitarbeiter stehen nun auf der Straße. Die IG Metall macht der Politik Vorwürfe.

Foto: Inga Kjer / dpa

Beim Solarmodulhersteller Solon ist am Standort Berlin-Adlershof am Mittwoch offiziell die Produktion ausgelaufen. Das Unternehmen zieht zur Muttergesellschaft Microsol in das Emirat Fujairah. Nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall steht der überwiegende Teil der zuletzt noch 150 Berliner Beschäftigten auf der Straße.

„Der Arbeitgeber hat sich aber korrekt verhalten“, sagte der Bevollmächtigte Klaus Abel. Die Verhandlungen über einen Sozialplan seien „vernünftig“ verlaufen. „Die Frage ist: Hat es früher Alternativen gegeben?“

Gekürzte Solarförderung belastet die Branche

Die Gewerkschaft hält neben dem Management die Politik für verantwortlich für die Krise des Unternehmens. Indem die Bundesregierung die Solarförderung kürzte, habe sie die Rahmenbedingungen für die gesamte Branche verschlechtert.

Solon, einst nach eigenen Angaben einer der größten Solarmodulhersteller in Europa, rutschte in die Insolvenz und wurde vor zwei Jahren von dem indisch-arabischen Unternehmen Microsol übernommen. Die Geschäftsführung sah nun keine Chance mehr, den Berliner Standort profitabel zu betreiben.

Nachdem der Berliner Solon-Chef Lars Podlowski Anfang März die Schließung verkündet hatte, wurde die Produktion langsam auf Null heruntergefahren, wie eine Unternehmenssprecherin mitteilte. In der aufsehenerregenden Firmenzentrale im Technologiepark Adlershof wickeln nun die letzten Beschäftigten den Betrieb ab. Solon hatte angekündigt, am Standort Greifswald weiter Module produzieren zu lassen.