Studie

Großstädte verbuchen Rekordjahr für Gewerbeimmobilien

Nationale und internationale Investoren drängeln sich auf dem Immobilienmarkt, um sogenannte Core-Immobilien zu erwerben, Gebäude mit langfristig gebundenen guten Mietern. Auch in Berlin.

Foto: Arno Burgi / dpa

Kaum fertig gestellt und schon verkauft: Was für die neue Vertriebszentrale von Mercedes Benz an der O2 World in Berlin-Friedrichshain gilt, kann mittlerweile als Trend für alle „Big Five“, für Berlin, Hamburg, München, Frankfurt und Düsseldorf also, gelten.

Nationale und internationale Investoren drängeln sich auf dem Immobilienmarkt, um sogenannte Core-Immobilien zu erwerben, Gebäude mit langfristig gebundenen guten Mietern.

„Die Bedeutung von Immobilien als Anlageklasse wird auch 2014 weiter zunehmen“, ist deshalb die klare Prognose von Frank Pörschke, Deutschlandchef des internationalen Immobilienberaters Jones Lang LaSalle (JLL). Zum Jahresende 2013 nehme der Markt unbeirrt Kurs auf das beste Jahr seit 2007. Rund 30 Milliarden Euro werden nach Schätzung Pörschkes bis Jahresende in Gewerbeimmobilien geflossen sein – 19 Prozent mehr als noch 2012.

Ähnlich sehe der Trend auch für 2014 aus. Ein weiteres großes Umsatzplus sei indes nicht zu erwarten, denn der Markt werde durch das nach wie vor knappe Angebot limitiert, so Pörschke weiter. Das komme vor allem den großen Projektentwicklern zugute, deren Anteil bei rund 30 Prozent des Verkaufsvolumens liege.

Geradezu beispielhaft hat das Immobilienunternehmen CA Immo am Dienstag den Verkauf der erst im Juni 2013 fertig gestellten Deutschland-Zentrale von Mercedes-Benz in Berlin an Union Investment bekannt gegeben. Der Kaufpreis des für zehn Jahre vermieteten Gebäudes beträgt 88 Millionen Euro. Ein gutes Geschäft: Das Projektvolumen hatte CA Immo beim Baustart Ende 2011 mit rund 70 Millionen Euro angegeben.

Die deutschen Immobilienhochburgen hätten sich 2013 insgesamt als äußerst robust erwiesen. Auffällig sei, dass 2013 wieder häufiger deutsche Investoren zum Zuge gekommen seien. Während die Investoren 2012 zu 40 Prozent aus dem Ausland kamen, sank ihr Anteil 2013 auf 30 Prozent, werde aber voraussichtlich im kommenden Jahr wieder auf 40 Prozent steigen, so Helge Scheunemann, Chefresearcher Deutschland bei JLL.

Die größten Käufer kämen inzwischen nicht mehr aus dem angelsächsischen Raum, sondern aus Österreich (1,48 Milliarden Euro), Frankreich (1,14 Milliarden), Kanada (1,03 Milliarden), Israel (740 Millionen), Südkorea (660 Millionen) und der Schweiz (540 Millionen). Erneut würden im kommenden Jahr Versicherungen, Pensionskassen und Fonds das Gewerbeimmobiliengeschäft dominieren.