Vorwürfe

IHK Potsdam suspendiert Hauptgeschäftsführer Kohl

Foto: Michael Brunner

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam muss sich mit Untreuevorwürfen auseinander setzen. Nun wurde Hauptgeschäftsführer René Kohl mit sofortiger Wirkung suspendiert.

Die Industrie- und Handelskammer Potsdam (IHK) will gründlich aufräumen. In einem ersten Schritt wurde Hauptgeschäftsführer René Kohl, der vor wenigen Tagen vom Präsidium in den Jahresurlaub geschickt worden war, suspendiert. "Mit dem Ziel, seinen Arbeitsvertrag aufzuheben", sagte Beate Fernengel, kommissarische IHK-Präsidentin, bei der Mitgliedervollversammlung am Mittwoch.

Den Grund für die Entscheidung habe Kohl selbst geliefert. "Er hat gegen Beschlüsse des Präsidiums verstoßen." Ins Detail wollte Fernengel mit Hinweis auf das schwebende Verfahren nicht gehen.

Der IHK-Wirtschaftsexperte Manfred Wäsche, seit 1996 für die Kammer tätig, wird Kohls Posten kommissarisch übernehmen. Die Entscheidung, wer künftig an der Spitze der IHK stehen wird, fällt erst im Mai oder Juni nächsten Jahres. Kandidaten können sich im April bewerben.

Ende November hatte der bisherige Kammerpräsident Victor Stimming die Konsequenz aus den gegen ihn erhobenen Vorwürfen zu Vetternwirtschaft, Verschwendung und Untreue im Ehrenamt gezogen und war zurückgetreten.

Unklar bleibt die Zukunft der Villa Carlshagen. Für fünf Millionen Euro hatte Ex-Präsident Stimming den Prachtbau zum Sitz der IHK-Stiftung und Schulungszentrum für Fachkräfte ausbauen wollen. Ein Luxusvorhaben, tadelten Projektgegner. "Das Nutzungskonzept für die Villa steht erneut auf dem Prüfstand", sagte Fernengel. Ein Baustopp sei allerdings ausgeschlossen. Die Mittel fürs nächste Jahr - 1,9 Millionen Euro - seien bewilligt. Ein Verkauf des Gebäudes sei ebenso Option wie der Betrieb als "Haus des Ehrenamts."