Zehlendorf

Protest gegen Schließung des ehemaligen Krone-Werks

Das Berliner Traditionsunternehmen Krone ist bereits viermal verkauft worden. Der letzte Eigentümer TE Connectivity schließt es nun. 230 Mitarbeiter sollen noch vor Weihnachten die Kündigung erhalten.

Die Angestellten des Telekomausrüsters TE Connectivity in Berlin-Zehlendorf wehren sich gegen die Schließung des ehemaligen Krone-Werks. Rund 150 Mitarbeiter protestierten am Mittwoch gegen die geplante Entlassung von 230 Beschäftigten. Sie sollen noch vor Weihnachten die Kündigung erhalten, sagte der IG-Metall-Bevollmächtigte Klaus Abel.

Es gebe Möglichkeiten, die Produktion fortzuführen. Die gesunkene Auslastung könne mit Aufträgen anderer Standorte erhöht werden, die ihre Arbeit nicht bewältigen könnten. Der amerikanisch-schweizerische Konzern TE wolle die Berliner Produktion jedoch „kaltschnäuzig“ aufgeben und in Billiglohnländer verlagern, sagte Abel. Von der Schließung wären auch 25 Menschen mit Behinderungen betroffen, die in Zehlendorf in einer Werkstatt arbeiten.

Viermal verkauft - nun geschlossen

Gustav Krone hatte das Unternehmen für Telefonanschlusstechnik im Jahr 1928 gegründet. Über Jahrzehnte war das Berliner weltweit führend in der Anschlusstechnik von Telefonleitungen aus Kupfer. Zu ihrer besten Zeit Mitte der 80er Jahre hatte die Firma fast 2000 Beschäftigte in der Stadt. Anfang der 90er Jahre geriet Krone in eine Krise. Von 1996 bis 2010 wurde das Unternehmen viermal verkauft.

Der US-Schweizer Konzern TE Connectivity (früher Tyco Electronics) schließt das Berliner Werk nun. Die Produktion soll ins tschechische Brno (Brünn) verlagert werden.