E-Reader „Tolino“

Deutsche Buchhändler starten Angriff auf Amazon

Das neue Lesegerät „Tolino“ von Thalia, Weltbild, Hugendubel, Bertelsmann und Telekom ist eine Kampfansage an US-Konzerne wie Amazon und Apple. Ab sofort ist es in cden Filialen zu kaufen.

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Führende Buchhandelsketten und die Deutsche Telekom haben am Donnerstag als Reaktion auf Konkurrenz von US-Konzernen gemeinsam den Verkauf eines eigenen Lesegerätes für elektronische Bücher gestartet. Die Geräte würden nun in den Filialen von Thalia, Weltbild, Hugendubel und Club Bertelsmann verkauft, sagte eine Weltbild-Sprecherin in Augsburg.

Der „Tolino“ kostet rund 100 Euro.

Seit Ankündigung der Initiative vergangene Woche habe es großes Interesse an dem Gerät gegeben. Zahlreiche Kunden hätten den E-Reader auch über die Internetseiten der Unternehmen vorbestellt.

Der „Tolino shine“ hat einen hochauflösenden und beleuchteten Bildschirm und kann über diesen per Berührung bedient werden. Zudem verkaufen die Buchhandelsketten auch elektronische Bücher. Das Wettbewerbsverhältnis der Buchhändler soll eigenen Angaben zufolge durch die neue Kooperation nicht berührt werden.

„Die Zukunft der deutschen Buchbranche soll weiterhin bei uns liegen“

Thalia, Weltbild, Hugendubel, Club Bertelsmann und die Telekom hatten ihre ungewöhnliche Initiative vor dem vergangenen Wochenende bekannt gegeben. „Die Zukunft der deutschen Buchbranche soll auch weiterhin bei uns liegen und nicht in den Händen börsennotierter amerikanischer Konzerne“, hatte Weltbild-Chef Carel Halff erklärt.

Damit spielte Halff auf den US-Konzern Amazon an, der den Markt für elektronische Bücher dominiert, sowie den Wettbewerber Apple, der für seinen beliebten Tabletcomputer iPad ebenfalls E-Books vermarktet.

Die Telekom liefert den Reader, die Technologie zur Speicherung von gekauften Büchern in der Cloud sowie baldigst Apps, wie es sie auch für den Kindle gibt. Zum Start sollen 300.000 Titel verfügbar sein; die große Stärke soll das im Vergleich zu Apple und Amazon "offene System" sein, das Anbieter und Nutzer weniger stark reglementiert.