Brauerei

Budweiser soll Bier mit Wasser gepanscht haben

Biertrinker verklagen Anheuser-Busch Inbev in den USA. Der größte Braukonzern der Welt weist Vorwurf von mit Wasser verdünntem Bier von sich.

Foto: JOE RAEDLE / AFP

Die Hiobsbotschaften in der Lebensmittelindustrie nehmen kein Ende. Nach den Skandalen um nicht deklariertes Pferdefleisch in Fertiggerichten und als Bioware verkaufte Käfig-Eier gibt es nun Pansch-Vorwürfe gegen Bierbrauer.

Der weltgrößte Bierhersteller Anheuser-Busch Inbev soll in den USA unter anderem sein Premium-Bier Budweiser mit Wasser verdünnt haben, um mehr zu verdienen. Verbraucher haben deswegen bei einem Bundesgericht in San Francisco Klage gegen den Konzern eingereicht.

In Deutschland verkauft Anheuser-Busch Beck’s, Hasseröder und Franziskaner. Das Unternehmen weist alle Vorwürfe als haltlos zurück. Sie seien „falsch und grundlos“, sagte der zuständige Manager Peter Kremer.

Kläger fordern Entschädigung für alle Budweiser-Biertrinker

Die Anwälte der Kläger werfen Anheuser-Busch Inbev vor, auf den Etiketten von insgesamt zehn Getränke-Marken einen falschen Alkoholgehalt ausgewiesen zu haben – darunter neben Bud auch auf den Flaschen von Bud Light, Bud Ice und Michelob. Der Hinweis auf den Etikettenschwindel stamme von ehemaligen Angestellten des Konzerns in den Vereinigten Staaten.

Zudem hätten einige hochrangige Mitarbeiter bestätigt, dass es zur Unternehmenspolitik von Anheuser-Busch Inbev gehöre, Premiummarken mit Wasser zu verlängern. „Ich fühle mich betrogen. Egal welches Produkt – man sollte sich auf die Informationen auf dem Etikett verlassen können“, zitiert die Anwaltskanzlei Mills Law die von ihr vertretene Klägerin Nina Giampoli in einer Mitteilung.

Die Kläger fordern nun eine Entschädigung für alle Biertrinker in den USA, die in den vergangenen fünf Jahren Budweiser gekauft haben. Über die Höhe der Forderungen wurde bislang nichts bekannt.

Anheuser-Busch Inbev gilt als besonders rechtstreu

In der Branche ist die Verwunderung groß. Denn Anheuser-Busch Inbev gilt als besonders rechtstreu. Biermarktexperten geben sich entsprechend zurückhaltend. „Vielleicht handelt es sich um Fehlinterpretationen“, sagt ein Brauereitechniker.

Denn es sei nicht ungewöhnlich, dass Bier mit einer deutlich höheren Stammwürze gebraut und anschließend vor der Filterung mit Wasser wieder verdünnt wird. „Dieses High-Gravity-Verfahren spart sowohl bei der Lagerung als auch bei der Gärung Tankkapazitäten in erheblichem Umfang.“ Die Qualität des Bieres werde dadurch aber nicht schlechter.

Die Klage platzt mitten in die Jubelstimmung nach guten Zahlen im Geschäftsjahr 2012. Der Brauerei-Riese, der 2008 durch die 52 Milliarden Dollar teure Übernahme des US-Marktführers Anheuser-Busch durch den belgisch-brasilianischen Konkurrenten Inbev entstanden ist, meldet ein Umsatzplus von zwei Prozent auf 39,8 Milliarden Dollar. Unter dem Strich stand ein Gewinn in Höhe von 7,2 Milliarden Dollar. Das sind rund 25 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die USA sind für das Bierimperium ein wichtiger Absatzmarkt, der im vergangenen Jahr besonders zur Gewinnsteigerung des Konzerns beitrug. Insgesamt sei der Profit 2012 um 23,7 Prozent auf 7,24 Milliarden Dollar (5,5 Milliarden Euro) gewachsen, teilte Anheuser-Busch Inbev am Mittwoch in Brüssel mit.