Konjunktur

Chinas Wirtschaftswachstum stockt

Das Wachstum ist mit 7,4 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit drei Jahren. Doch es gibt Anzeichen einer Erholung.

Foto: Qilai Shen / dpa

Chinas Wirtschaftswachstum ist auf das niedrigste Niveau seit drei Jahren gefallen. Das chinesische Bruttoinlandsprodukt legte im dritten Quartal nur noch um 7,4 Prozent zu und blieb damit einen Prozentpunkt hinter den Erwartungen der kommunistischen Führung des Landes zurück. Zugleich zogen die Binnennachfrage und das Produktionsvolumen im Zeitraum Juli bis September an, wie aus am Donnerstag veröffentlichten Konjunkturzahlen hervorgeht. Die neuen Daten nährten die Hoffnung auf eine baldige wirtschaftliche Erholung Chinas.

Im vorangegangenen Quartal hatte die Wirtschaft der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt noch um 7,6 Prozent zugelegt. Seit Anfang 2009 hatte das Wachstum keinen geringeren Stand erreicht. Doch der Rückgang im dritten Quartal fiel weit geringer aus als in den Quartalen zuvor. Und gegenüber dem Vorquartal gab es sogar ein Wachstum von 2,2 Prozent. Dariusz Kowalczyk von der Bank Crédit Agricole CIB in Hongkong sah deshalb keinen Anlass für weitere Konjunkturpakete. „Das bestätigt, dass sich die Wirtschaft erholt.“

Binnennachfrage legt zu

Die chinesische Zentralbank hat seit Anfang des Jahres zweimal den Leitzins gesenkt, die Regierung hat verschiedene Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft aufgelegt. Dazu gehörten Investitionen in Staatsunternehmen und Bauprojekte

Positive Signale kamen derweil auch vom chinesischen Einzelhandel. Die Binnennachfrage legte seit Anfang des Jahres um 0,3 Prozentpunkte auf 14,4 Prozent zu. Überdies stiegen die Investitionen in Fabriken und andere Vermögenswerte. „Wir sehen ein deutliches Zeichen der Erholung und eines stetigen Wachstums“, sagte der Sprecher der nationalen Statistikbehörde, Shang Laiyun.

Von einer Erholung der chinesischen Wirtschaft würden vor allem Ländern wie Australien, Brasilien und afrikanische Staaten profitieren, die die chinesische Industrie mit Eisenerz und anderen Rohstoffen versorgen.

Anleger in Asien unbeeindruckt

Das schwächelnde Wirtschaftswachstums in China lässt die Anleger in Asien offenbar kalt. Der Index in Shanghai legte um 1,3 Prozent zu, der Hang-Seng-Index in Hongkong kletterte um 0,8 Prozent. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans legte den dritten Tag in Folge zu, er stieg um 0,5 Prozent. Der japanische Leitindex Nikkei markierte sogar den höchsten Stand seit drei Wochen. Der Index schloss zwei Prozent im Plus bei 8983 Punkten. Der breiter gefasste Topix gewann 1,7 Prozent auf 752 Stellen.