Rüstungsindustrie

EADS und BAE scheitern mit ihrer Megafusion

Das Rüstungsgeschäft ist politisch sensibel. Diese Erfahrung mussten auch die beiden Konzerne machen.

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Die Megafusion zwischen EADS und BAE Systems ist gescheitert. Die europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerne haben am Mittwoch ihre Fusionsgespräche für beendet erklärt.

„Wir sind natürlich enttäuscht, keine Einigung mit unseren verschiedenen Regierungen erreicht zu haben“, erklärte BAE-Chef Ian King in einer gemeinsamen Mitteilung der beiden Konzerne.

Die Gespräche waren von einem Streit zwischen Deutschland, Frankreich und Großbritannien über staatliche Beteiligungen an dem neuen Unternehmen blockiert worden. Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS sieht Deutschland als Hauptverantwortlichen für das Scheitern der Fusionsverhandlungen mit dem britischen Wettbewerber. „Es war in erster Linie die deutsche Regierung, die das hat scheitern lassen“, sagte ein EADS-Sprecher am Mittwoch.

Für die Fusion lief zudem die Zeit ab, denn an diesem Mittwoch endet um 17 Uhr Londoner Zeit (18 Uhr MESZ) eine Frist, bis zu der nach britischem Recht ein Zwischenergebnis der bisherigen Gespräche vorliegen musste. Allerdings hätten die Unternehmen auch eine Fristverlängerung beantragen können.

Fusion galt als höchst komplex

Die Fusion galt wegen des sensiblen Rüstungsgeschäfts als höchst komplex, da sich die beteiligten Regierungen auf eine gemeinsame Linie einigen müssen. Hauptstreitpunkt war der staatliche Einfluss, den sich Deutschland und Frankreich sichern wollten. Außerdem reden Großbritannien, die USA und die EU-Kommission bei dem Zusammenschluss mit. EADS-Chef Tom Enders und BAE-Boss Ian King hatten auch öffentlich mit aller Kraft für den Plan eines neuen Rüstungsriesen geworben.

Das Rüstungsgeschäft ist politisch sensibel. Staaten wollen die für die Landesverteidigung wichtigen Industriebereiche nicht zum Spielball ausländischer Investoren oder anderer Regierungen werden lassen. Auch Standorte und Jobs waren Knackpunkte. EADS ist bisher vor allem mit Airbus in der zivilen Luftfahrt stark, BAE in der Rüstungssparte.