Führungsduo

Jain und Fitschen krempeln die Deutsche Bank um

Halbierte Rendite, Milliardeneinsparungen und eine Bad Bank: Anshu Jain und Jürgen Fitschen wollen der Deutschen Bank ein neues Image geben.

Mit einer Art eigener „Bad Bank“ will die Deutsche Bank ihr Kerngeschäft um riskante Papiere in Milliardenhöhe entlasten.

Um den Abbau von Vermögenswerten zu beschleunigen, die nicht zum Kerngeschäft zählen, bildet die Bank nach Angaben vom Dienstag eine Geschäftseinheit mit dem Namen „Non-Core-Operations“.

Dort sollen risikogewichtete Aktiva im Volumen von rund 135 Milliarden Euro gebündelt werden. Dabei geht es vor allem um verbriefte Wertpapiere, die bisher in der Investmentbanksparte des Instituts geparkt waren.

Die neue Einheit soll nach Vorstellung des Managements „Vermögenswerte möglichst effizient für die Bank verwalten und veräußern“: Angestrebt werde zunächst eine Verringerung der Aktiva in Höhe von 45 Milliarden Euro beziehungsweise 33 Prozent bis März 2013.

Halbiertes Renditeziel und Sparkurs

Zugleich senkt die Deutsche Bank ihr Renditeziel und will mehr sparen als bisher bekannt. Das erklärte die neue Vorstandsspitze aus Anshu Jain und Jürgen Fitschen am Dienstag in Frankfurt am Main bei der Vorstellung der Strategie unter dem Titel „2015+“.

Die jährlichen Kosten sollten um 4,5 Milliarden Euro gesenkt werden, vor allem im Investmentbanking sowie dem Privat- und Firmenkundengeschäft. Die Kapitalbasis solle gestärkt werden, um die verschärften Anforderungen zu erfüllen, aber ohne eine Kapitalerhöhung. Die Börse reagierte freundlich: Der Aktienkurs der Bank stieg bis zum Mittag um 1,1 Prozent auf 32,20 Euro.

Fitschen sagte lediglich, es sei „kein Geheimnis“, dass die Einsparungen auch einen Stellenabbau mit sich bringen werden. Zahlen könne er aber noch nicht nennen. In Medienberichten hatte es zuvor geheißen, die Deutsche Bank wolle mehr als die bereits angekündigte Zahl von 1.900 Stellen streichen.

Eine Abkehr von Ackermann

Das neue Renditeziel ist eine endgültige Abkehr vom ehemaligen Vorstandschef Josef Ackermann, der mit einem Ziel von 25 Prozent für Aufsehen gesorgt hatte. Die neuen Eigenkapitalvorschriften und die Folgen der Finanzkrise machen diese Größenordnungen heute allerdings fast unmöglich. Externe Fachleute sollen zudem die Vergütungspraxis überprüfen, Boni für das Topmanagement werden stärker am langfristigen Erfolg ausgerichtet.

Außer über harte Zahlen sprachen die Manager auch über das zukünftige Image der größten deutschen Bank. „Banken müssen wieder in der Mitte der Gesellschaft ankommen“, sagte Fitschen über den Kulturwandel, den sich die Deutsche Bank vorgenommen habe. Dies sei nicht bloß eine Marketing-Aussage. Das Institut wolle den Kunden den Eindruck vermitteln, „dass wir es können“ und dass die Bank auf eine Weise arbeite, „die von Vertrauen geprägt ist“.