Sachsen-Anhalt

Insolvente Solarfirma Q-Cells geht an Südkoreaner

Q-Cells aus Sachsen-Anhalt wird an die südkoreanische Firmengruppe Hanwha verkauft. Dafür stimmten die Gläubiger des Unternehmens.

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Das insolvente Solarunternehmen Q-Cells wird vom südkoreanischen Mischkonzern Hanwha übernommen und ist damit vorerst gerettet. Die Gläubigerversammlung stimmte dem Verkauf am Mittwoch mit großer Mehrheit zu, wie ein Sprecher des Insolvenzverwalters in Dessau-Roßlau mitteilte. 1250 der weltweit 1550 verbliebenen Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben, davon etwa 750 am Stammsitz in Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt und rund 500 in Malaysia.

Insolvenzverwalter Henning Schorisch sagte: „Zwar bedauere ich den Verlust von Arbeitsplätzen. Doch freue mich sehr, dass Q-Cells mit Hanwha einen starken Partner gefunden hat, der über die nötigen Mittel verfügt, Unternehmen, Marke und Mitarbeitern wieder eine langfristige Perspektive zu geben“, erklärte Schorisch.

Zum Kaufpreis machte Q-Cells keine genaueren Angaben. Er setze sich aus der Übernahme von betriebsbezogenen Verbindlichkeiten in niedriger dreistelliger Millionenhöhe und einem Bar-Kaufpreis in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe zusammen, wobei der Bar-Kaufpreis abhängig sei vom Umfang noch weiter zu übernehmender Verbindlichkeiten, erklärte das Unternehmen.

Der Kurs der Q-Cells-Aktie notierte am Mittwochnachmittag zum Teil mit einem Minus von rund 27 Prozent bei 0,11 Euro.

Zeichen der Hoffnung

Nach einer ganzen Reihe von Hiobsbotschaften mit Insolvenzen und Schließungen in der schwer gebeutelten deutschen Solarbranche dürfte die erfolgreiche Übernahme des früheren Börsenstars auch als Zeichen der Hoffnung interpretiert werden.

Zuletzt hatte neben dem Konzern aus Asien auch die Firma Isofoton aus Spanien Interesse an dem einstigen Weltmarktführer für Solarzellen bekundet. Q-Cells hatte im April 2012 Insolvenz angemeldet. Mit Hanwha war bereits am Sonntag ein Kaufvertrag unterzeichnet worden. Darüber mussten aber noch die Gläubiger befinden. Die Koreaner hatten angekündigt, 250 Millionen Euro in Q-Cells investieren zu wollen und in Bitterfeld-Wolfen ihre Solarforschung zu etablieren.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) begrüßte die Übernahme von Q-Cells durch Hanwha. „Ich bin über die Entscheidung hocherfreut. Das ist eine wichtige Weichenstellung für Sachsen-Anhalt als Standort von Zukunftstechnologien“, sagte Haseloff am Mittwoch laut Mitteilung der Staatskanzlei. Er werde an diesem Freitag in Seoul mit der Konzernleitung von Hanwha über die weitere Zukunft von Q-Cells sprechen. Haseloff befand sich am Mittwoch auf dem Weg nach Südkorea, wo eine Reihe von Investorengespräche geplant sind.