Steuer-CD

Erneut Datenklau bei Schweizer Privatbank Julius Bär

Ein Mitarbeiter der Schweizer Bank ist festgenommen worden. Er soll Kundendaten gestohlen und an Nordrhein-Westfalen geliefert haben.

Foto: DAPD

Bei der Schweizer Bank Julius Bär sind erneut Kundendaten gestohlen worden. Ein verdächtiger Mitarbeiter sei an seinem Arbeitsort Zürich vorübergehend festgenommen worden, zitierte am Sonntag die Schweizer Nachrichtenagentur SDA einen Sprecher der Privatbank, Jan Vonder Muehll. Er soll im Alleingang gehandelt haben. Die gestohlenen Daten wurden laut SDA offenbar auf einer CD an nordrhein-westfälische Steuerfahnder weitergegeben. Wie viele Kundendaten mutmaßlich an Deutschland weitergegeben wurden, habe die Bank nicht mitgeteilt.

Der Datendiebstahl sei durch verschärfte Kontrollen und eine umfangreiche interne Untersuchung festgestellt worden, zitiert die Zeitung „SonntagsZeitung” Bankchef Boris Collardi.

Nordrhein-Westfalen hatte in der Vergangenheit wiederholt CDs mit Daten von Steuerhinterziehern gekauft, die ihr Geld in der Schweiz versteckt halten. Daraufhin war die Zahl der Selbstanzeigen bei den Finanzbehörden gestiegen. NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hatte am vergangenen Montag in einem Zeitungsinterview den Ankauf von Steuerdaten als rechtmäßig verteidigt und angekündigt, dass Nordrhein-Westfalen auch weiterhin solche Daten kaufen werde.

Ein von der schwarz-gelben Bundesregierung mit der Schweiz ausgehandeltes Steuerabkommen soll nach bisheriger Planung im Januar 2013 in Kraft treten. Die rot-grün regierten Bundesländer wollen das Abkommen aber im Bundesrat verhindern, weil sie zu viele Schlupflöcher sehen.