DAB Bank

Berliner Anleger haben das beste Händchen fürs Geld

Im ersten Halbjahr mehrten die Anleger der Hauptstadt ihr Vermögen am meisten. Damit übetrafen sie die Bayern.

Arm aber sexy, mit diesem Slogan wirbt die Bundeshauptstadt seit Jahren mehr oder weniger offiziell für sich. Neuerdings durchlebt das Motto jedoch einen Wandel. Der Sex-Appeal leidet beträchtlich, seit man es über Monate nicht hinbekommt, eine betonierte Piste mit ein paar Gebäuden daneben in Betrieb zu nehmen. Und mit der Armut scheint es inzwischen auch nicht mehr so schlimm zu sein.

Zumindest legen dies Zahlen nahe, die der Online-Broker DAB Bank soeben veröffentlicht hat. Er hat 100.000 Kundendepots nach den Städten sortiert, in denen die Besitzer leben, und dann die durchschnittlichen Renditen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres verglichen. Überraschendes Ergebnis: Die Berliner scheinen das beste Händchen dabei zu haben, ihr Geld zu mehren.

Im Schnitt erzielten die Hauptstädter im ersten Halbjahr eine Rendite von 2,3 Prozent. Aufs Jahr hochgerechnet sind das 4,6 Prozent – das bietet kein Sparbuch und kein Tagesgeldkonto weit und breit. „Die Erfolgsstrategie der Berliner lag in einem guten Mix der Anlageklassen Aktien, Fonds und Anleihen“, heißt es bei der Bank. Genau 50,6 Prozent ihres Geldes hatten sie in Aktien angelegt, 31,5 Prozent in Fonds, 12,9 Prozent in Anleihen und der Rest verteilte sich auf Zertifikate, Genussscheine, Optionsscheine sowie Gold.

Münchner setzen auf Sicherheit

Tatsächlich war es sinnvoll, im ersten Halbjahr einen großen Anteil des Vermögens in Aktien angelegt zu haben, oder besser: in deutschen Aktien. Denn der Deutsche Aktienindex Dax kletterte zwischen 1. Januar und 30. Juni um rund sechs Prozent. Die Berliner waren hier offenbar gut mit dabei.

Ganz anders dagegen die Münchener. Sie gelten nicht nur von ihrem Image als der Gegenpol zu Berlin – bieder, aber reich. Sie sind es leider auch, was ihr Können bei der Geldanlage betrifft. Mit einer durchschnittlichen Rendite von minus 1,2 Prozent landeten sie bei der Auswertung auf dem letzten Platz. Ihnen wurde offenbar zum Verhängnis, dass sie besonders stark auf Sicherheit setzen. Knapp hinter den Dortmundern (Rendite: minus 0,2 Prozent) weisen ihre Depots den zweithöchsten Anteil an Anleihen auf. Am wenigsten mit Anleihen anfreunden können sich übrigens die Investoren, die in Leipzig beheimatet sind. Überhaupt die Sachsen: Sie scheinen von Sicherheit generell nicht allzu viel zu halten. Denn gleich in Leipzigs Nachbarschaft, in Dresden, da liegt die deutsche Hochburg der Börsenzocker. Nirgends ist der Anteil von Optionsscheinen, die als besonders spekulativ gelten, im Depot so hoch wie hier.