Quartalsverlust

Microsoft schreibt erstmals in seiner Geschichte rote Zahlen

Vor fünf Jahren wollte Microsoft großen Wurf in Sachen Internet-Werbung landen. Doch das ging schief und sorgt nun für ein Minus.

Erstmals in seiner Unternehmensgeschichte hat der US-Technologieriese Microsoft einen Quartalsverlust hinnehmen müssen. Als Folge von Abschreibungen verbuchte der Konzern im abgelaufenen vierten Quartal seines Geschäftsjahres ein Minus von 492 Millionen Dollar (401 Millionen Euro), wie Microsoft am Donnerstagabend mitteilte.

Microsoft steigerte den Zahlen zufolge im gesamten Geschäftsjahr seinen Umsatz um fünf Prozent auf 73,7 Milliarden Dollar. Unterm Strich blieb davon noch ein Plus von knapp 17 Milliarden Dollar hängen, wie das Unternehmen mitteilte. Der Jahresgewinn rauschte damit allerdings im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Viertel nach unten.

Mehr als sechs Milliarden abgeschrieben

Hauptursache für den Verlust im vierten Quartal ist Übernahme der Online-Werbefirma aQuantive im Jahr 2007. Mit diesem Zukauf wollte sich Microsoft eigentlich auf Augenhöhe mit dem Rivalen Google bringen, der kurz zuvor den Werbespezialisten DoubleClick geschluckt hatte. Doch während bei Google die Werbemilliarden flossen, tröpfelten die Einnahmen bei Microsoft nur. Der Windows-Konzern schrieb nun fast den gesamten damaligen Kaufpreis von 6,3 Milliarden Dollar ab.

Aktie legt zu

Microsoft hatte diese Abschreibung schon Anfang des Monats angekündigt. Entsprechend vorgewarnt waren die Anleger. Sie hatten sogar mit einem noch heftigeren Verlust gerechnet. Nachbörslich stieg die Aktie so um gut 2 Prozent.

Zum neuen Geschäftsjahr lenkt das Unternehmen die Aufmerksamkeit daher lieber wieder auf seine Verkaufsschlager. „Wir nähern uns mit großen Schritten der aufregendsten Saison der Markteinführungen in der Geschichte von Microsoft“, versprach Vorstandschef Steve Ballmer. „Im kommenden Jahr werden wir die neuen Versionen von Windows, Office, Windows Server, Windows Phone und zahlreiche weitere Produkte und Services auf den Markt bringen“, erklärte er. Das Betriebssystem Windows 8 soll ab 26. Oktober erhältlich sein. Die neue Office-Version soll unmittelbar danach folgen.