Arbeitsministerin

Keine Extra-Hilfen für gekündigte Schlecker-Mitarbeiter

Arbeitsministerin Von der Leyen lehnt Hilfen zur Umschulung der entlassenen Schlecker-Mitarbeiter ab. Sie sieht gut Chancen am Jobmarkt.

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Nun hat es alle Schlecker-Beschäftigten getroffen. Nach der Schließung der letzten Filialen müssen sie sich bei der Bundesagentur für Arbeit melden und auf die Suche nach einer neuen Perspektive machen. Eine Vorteilsbehandlung soll es für sie nicht geben: Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) schließt die von der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di geforderte Extra-Unterstützung für Umschulungen aus.

„Von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen zu vermitteln oder umzuschulen ist das Kerngeschäft der Bundesagentur für Arbeit. Dafür stehen jedes Jahr Milliarden Euro zur Verfügung. Ein Extraprogramm für Schlecker ist nicht geplant“, sagte von der Leyen der Morgenpost. Ihr zufolge haben die ehemaligen Schlecker-Beschäftigten gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt: „Die meisten Frauen sind qualifiziert und haben noch mehrere Jahrzehnte Arbeitsleben vor sich. 70 Prozent haben eine Berufsausbildung.“

Die Kritik an ihrem Vorschlag, Ex- Schlecker-Mitarbeiter zu Erziehern oder Pflegekräften umzuschulen, wies von der Leyen zurück. „Was mich wirklich empört hat, war das Naserümpfen über die Schlecker-Frauen, als wenn die Menschen zweiter Klasse wären. Viele haben unterschwellig den Eindruck vermittelt, diese Frauen wären nicht geeignet, die Umschulung zu machen.“ Ihr habe das die Augen geöffnet dafür, „mit wie viel Vorurteilen wir an Arbeitssuchende herangehen“. Genau das sporne sie und die Bundesagentur für Arbeit an, „diesen Pfad konsequent weiterzuverfolgen und auf die Stärken der Menschen zu setzen – und niemanden aufzugeben“, sagte die Ministerin.

Dass bisher von den im März entlassenen Mitarbeitern nur 3500 wieder Arbeit gefunden hätten, sei nicht genug. „Solange ein Großteil nicht vermittelt ist, können wir überhaupt nicht zufrieden sein, sondern müssen weiter daran arbeiten, dass sie einen neuen Arbeitsplatz finden.“

Von Schlecker selbst können die Beschäftigten jedenfalls nicht mehr viel erwarten: Auch wenn sich die erste Mitarbeiterin, die Ende März bei der insolventen Drogeriemarktkette entlassen worden war, erfolgreich in ihren Job zurückgeklagt hat. Wahrscheinlich bekommt sie nun ein paar Euro extra. Wenn denn noch etwas drin sein sollte in der Kasse von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz. Er ist sich nicht einmal sicher, ob die Gläubiger, die inzwischen fast 700 Millionen Euro fordern, überhaupt einen Cent ihres Geldes sehen werden. Immerhin scheint sein Team bei der Familie Schlecker doch noch fündig geworden zu sein. Anton Schlecker soll noch 2009 und 2011 Grundstücke und Immobilien an Frau und Kinder verschenkt haben. Die Chancen stehen gut, dass Geiwitz diese Millionenbeträge zurückholen kann.