Formel-1-Prozess

Achteinhalb Jahre Haft für Ex-Bank-Vorstand Gribkowsky

Der ehemalige Bank-Vorstand Gribkowsky muss wegen Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung ins Gefängnis

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Das Landgericht München hat das ehemalige Vorstandsmitglied der Bayerischen Landesbank, Gerhard Gribkowsky, am Mittwoch zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Gribkowsky habe beim Verkauf der Formel-1-Anteile der BayernLB von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone 44 Millionen Dollar Schmiergeld kassiert und nicht versteuert, urteilte das Gericht am Mittwoch. Der ehemalige Spitzenbanker wurde deshalb wegen Bestechlichkeit in Tateinheit mit Untreue und Tatmehrheit der Steuerhinterziehung verurteilt.

Mit dem Strafmaß blieb das Gericht unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die zehneinhalb Jahre Haft gefordert hatte. Die Verteidigung hatte auf eine konkrete Strafmaßforderung verzichtet.

Gribkowsky hatte 2005 die Anteile der BayernLB an der Rennserie für 839 Millionen Dollar an den Investor CVC verkauft. Für diesen ganz im Sinn Ecclestones durchgeführten Verkauf hat er nach Auffassung des Gerichts vom Chef der Formel 1 insgesamt 50 Millionen Dollar gefordert und schließlich rund 44 Millionen Dollar kassiert. Gribkowsky legte das Geld – ohne es in Deutschland zu versteuern – in Österreich in einer Stiftung an.

Der 54-Jährige hatte vor einer Woche gestanden, im Jahr 2006 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone erhalten und nicht versteuert zu haben. Dafür hatte er die Rechte an der Rennserie an die Ecclestone genehme Gesellschaft CVC Capital Partners verkauft.

Oberstaatsanwalt Christoph Rodler hatte dem Angeklagten in seinem Plädoyer am Mittwoch „immense kriminelle Energie“ vorgeworfen und eine Freiheitsstrafe von zehneinhalb Jahren gefordert. Die Verteidiger argumentierten, Gribkowsky sei von Ecclestone „verführt“ worden. Sie beantragten kein Strafmaß, jedoch die Aufhebung des Haftbefehls.

Nach den Worten der Anwälte hatte Gribkowsky mit seinem umfassenden Geständnis „die Hosen runter gelassen.“ Die Kammer hatte dem ehemaligen Top-Manager im Austausch für seine Aussage eine maximale Haftstrafe von neun Jahren zugesichert. In seinem Schlusswort zeigte Gribkowsky Reue: „Heute würde man gerne die Zeit zurückdrehen. Das geht leider nicht.“