Geständnis

Ex-BayernLB-Vorstand ließ sich von Ecclestone bestechen

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Der ehemalige BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky hat im Prozess um Schmiergeldzahlungen beim Formel-1-Verkauf ein Geständnis abgelegt.

Der ehemalige BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky hat im Prozess um Schmiergeldzahlungen beim Formel-1-Verkauf ein Geständnis abgelegt. Die Anklage stimme im Wesentlichen, sagte er am Mittwoch vor dem Münchner Landgericht. Zuvor hatte er in dem Verfahren acht Monate lang zu dem Vorwurf geschwiegen, 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone angenommen zu haben.

Im Gegenzug für das Geständnis hatte das Gericht Gribkowsky eine Haftstrafe zwischen sieben Jahren und zehn Monaten und neun Jahren in Aussicht gestellt. Dies gelte, selbst wenn der Angeklagte noch die Vorwürfe einräume. Auf die Frage des Richters Peter Noll, ob die Anklage richtig liege, gab Gribkowsky zu: „Es stimmt im Wesentlichen.“

Gribkowsky sitzt wegen der Vorwürfe schon seit eineinhalb Jahren in Untersuchungshaft. Weil er vor Gericht so lange zu den Vorwürfen geschwiegen hatte, haben die Richter bisher mehr als 40 Zeugen vernommen, darunter auch Ecclestone.

Der Banker war von 2003 bis 2008 im Vorstand von Deutschlands zweitgrößter Landesbank und dort unter anderem für die Formel-1-Beteilung zuständig, die der BayernLB nach der Pleite des Medienkonzerns von Leo Kirch als Sicherheit für einen Milliardenkredit zugefallen war. Der Motorsport-Fan verkaufte das Paket schließlich 2006 an den britischen Investor CVC. Im Zuge des Deals soll er vom langjährigen Formel-1-Boss Bernie Ecclestone Schmiergelder erhalten haben. Denn CVC als Miteigentümer war Ecclestone genehm. Gribkowsky soll deren Offerte daher in der BayernLB durchgeboxt haben, ohne Alternativen zu prüfen. Dabei soll der Bank ein Schaden von gut 66 Millionen Dollar entstanden sein.