Spar-Befürworter

Dax und Euro nach Griechenland-Wahl im Plus

Die Erleichterung über den Wahlsieg der Euro-Befürworter in Griechenland hat dem Dax einen freundlichen Wochenauftakt beschert.

Aufatmen an den Finanzmärkten: Der Wahlsieg der Spar-Befürworter in Griechenland hat Investoren am Montag zum Einstieg in die Aktienmärkte animiert. Auch der Euro legte zu. Im Gegenzug verließen viele Investoren den „sicheren Hafen“ Bundesanleihen.

Dax und EuroStoxx50 stiegen zur Eröffnung um jeweils rund ein Prozent auf 6306 beziehungsweise 2198 Punkte. Die Leitindizes in Paris, Madrid und Mailand gewannen zwischen ein und 1,8 Prozent. Der europäische Bankenindex notierte 1,9 Prozent höher. Der Euro kostete mit 1,2691 Dollar einen halben US-Cent mehr als zum New Yorker Freitagsschluss.

„Der Wahlausgang ist für die Märkte sicherlich eine gute Nachricht, da hierdurch eine Einigung mit EU, IWF und EZB auf ein neues Hilfsprogramm und damit der Verbleib des Landes in der Währungsunion wahrscheinlicher werden“, sagte Commerzbank-Volkswirt Christoph Weil. „Allerdings könnte sich die nun wohl folgende Erleichterung an den Märkten als kurzlebig erweisen.“

Verkauf deutscher Papiere drückt den Bund-Future

„Kurzfristig ist ein Euro-Ausstieg Griechenlands weniger wahrscheinlich geworden“, kommentierte ein Börsianer. Nach Auszählung fast aller Stimmen kommt die Neo Dimokratia auf 29,7 Prozent, wie das Innenministerium in Athen am frühen Morgen im Internet mitteilte. Zusammen mit der sozialistischen Pasok-Partei, die demnach auf 12,3 Prozent kommt, würde sie über eine Mehrheit von 162 Mandaten im 300 Sitze zählenden Parlament verfügen.

Sozialisten-Chef Evangelos Venizelos schlug allerdings die Bildung einer möglichst breiten Regierung aus Konservativen, Sozialisten, radikalen sowie gemäßigten Linken vor, die die Radikallinken bereits als lächerlich bezeichneten. Die Devisenexperten der Commerzbank befürchten erneut schwierige Koalitionsverhandlungen und sahen auch im moderaten Euro-Anstieg eine „enttäuschende Marktreaktion“.

Bei den Staatsanleihen der krisengeschüttelten Euro-Staaten Spanien und Italien griffen Investoren ebenfalls zu. Die Renditen der zehnjährigen Titel gingen auf 6,883 beziehungsweise 5,924 Prozent zurück. Der Verkauf deutscher Papiere drückte den Bund-Future um 33 Ticks auf 141,95 Punkte.

Tokios Börse schließt nach Griechenland-Wahl fest

Auch die Börse in Tokio hat am Montag in Reaktion auf den Ausgang der Griechenland-Wahl deutlich zugelegt. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte ging mit einem Aufschlag von 151,70 Punkten oder 1,77 Prozent bei 8721,02 Punkten aus dem Markt. Das ist die höchste Schlussnotierung seit einem Monat. Der breit gefasste Topix verbesserte sich ebenfalls deutlich um 12,24 Punkte oder 1,68 Prozent auf 738,81 Zähler. Die Marktteilnehmer zeigten sich erleichtert über den Wahlausgang in Griechenland. Allerdings warnten Analysten, dass Europas Problem damit allein noch nicht gelöst sind.

Der Euro wurde um 15.00 Uhr Tokioter Zeit fester mit 100,68-71 Yen gehandelt nach 99,68-72 Yen am späten Freitag vergangener Woche. Zur US-Währung lag er ebenfalls fester bei 1,2714-19 Dollar nach 1,2619-20 Dollar am späten Freitag. Der Dollar notierte zum Yen ebenfalls fester mit 79,18-19 Yen nach 78,99-79,00 Yen am Freitag.