Handy-Riese

Nokia will nun 10.000 Stellen streichen

Die Smartphone-Welle macht Nokia zu schaffen. Der Handy-Riese kommt nicht gegen Apple und Samsung an. Die Krise kostet nun tausende Jobs.

Der kriselnde Handy-Riese Nokia will weltweit bis zu 10.000 Stellen streichen. Dies sei nötig, um Kosten zu sparen und langfristig die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, erklärte Nokia-Chef Stephen Elop am Donnerstag. Der Stellenabbau soll bis Ende 2013 umgesetzt sein. Zugleich senkte der Konzern den Ausblick für das zweite Quartal. Nokia rechnet in seiner Mobiltelefon-Sparte mit noch höheren Verlusten. Zudem würden zusätzliche Restrukturierungskosten von einer Milliarde Euro anfallen. Die Nokia-Aktie verlor im vorbörslichen Handel in Frankfurt 5,5 Prozent.

Nobelmarke Vertu soll verkauft werden

Nokia steht zudem nach Medienberichten kurz vor dem Verkauf seiner Luxusmarke Vertu. Der schwedische Finanzinvestor EQT wolle sie übernehmen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf zwei informierte Personen. Der Verkauf bewerte die Edelmarke demnach mit rund 200 Millionen Euro. Noch in dieser Woche könne der Schritt bekanntgegeben werden. Die betroffenen Unternehmen wollten den Vorgang nicht kommentieren.

Die Marke Vertu ist bekannt für ihre mit Edelsteinen besetzten Mobiltelefone, die für einen Durchschnittspreis von mehr als 5000 Euro über die Ladentheke gehen. In Westeuropa hatte Vertu 2010 nach Angaben der Marktforschung IDC einen Marktanteil von rund 60 Prozent bei Luxus-Telefonen.

Nokia-Chef Stephen Elop treibt derzeit die Neuausrichtung des einstigen finnischen Vorzeigeunternehmens voran, das unter Druck steht, weil es bei den lukrativen Smartphones hinter Konkurrenten wie Apple und Samsung zurückgefallen ist.