Krisenangst

Ausverkauf am Aktienmarkt - Dax unter 6000 Punkte

Die Angst vor einer deutlichen Abkühlung der Weltkonjunktur lässt die Dax tief abrutschen. Auch an anderen Börsen geht es bergab.

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An den Aktienmärkten herrscht Krisenstimmung: Der Dax ist am Montag erstmals seit Januar wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 6000 Punkten gefallen. Auch an anderen europäischen Börsen ging es zeitweise bergab. Börsianer machten für die Talfahrt Konjunktursorgen sowie Ängste vor einer Eskalation der Euro-Schuldenkrise verantwortlich. „Die Stimmung am Markt ist untergalaktisch schlecht“, sagte ein Händler.

Der Dax notierte in der Spitze 1,8 Prozent im Minus bei 5942 Punkten. Der deutsche Leitindex lag damit nur noch knapp 50 Zähler über seinem Vorjahres-Schlusskurs. Sein knapp achtzehnprozentiges Plus vom Jahresauftakt – immerhin der größte Kursgewinn in einem ersten Quartal seit 1998 – hat der Dax binnen weniger Wochen fast komplett wieder aufgezehrt.

Lage am US-Arbeitsmarkt schockiert die Anleger

„Die US-Arbeitsmarktzahlen waren ein Schock und Spanien wird zu einem großen Sorgenfaktor“, fasste Larry Jiang, Chef-Investmentstratege bei Guotai Junan Securities, die Sorgen der Anleger zusammen. „Darüber hinaus realisieren alle diejenigen, die darauf gehofft hatten, dass die chinesische Wirtschaft ihre Talsohle im ersten Quartal durchschritten hat, dass die Abkühlung anhalten könnte.“

Vor allem der weiter schwächelnde US-Arbeitsmarkt trübte die Stimmung der Anleger. Der Arbeitsmarktbericht war überraschend schlecht ausgefallen, hatten doch viele Experten damit gerechnet, dass die US-Wirtschaft wieder anzieht und damit auch wieder mehr Menschen in Lohn und Brot bringt. Aus China kamen ebenfalls enttäuschende Nachrichten: Das Wachstum im Dienstleistungssektor hat sich nach offiziellen Daten den zweiten Monat in Folge verlangsamt.

Leichte Beruhigung in Madrid und Mailand

Bis zum späten Vormittag kehrte zumindest an den Börsen in Madrid und Mailand wieder etwas Ruhe ein. Nachdem der spanische Leitindex Ibex zunächst den fünften Tag in Folge auf ein Neun-Jahres-Tief gefallen war, notierte er nach rund 90 Handelsminuten 1,7 Prozent höher bei 6167 Punkten. Spanien ist wegen seiner wachsenden Probleme in der Finanzbranche neben Griechenland und Italien zuletzt in den Mittelpunkt der Schuldenkrise gerückt. Der Mailänder Leitindex nahm zunächst Kurs auf ein neues Drei-Jahres-Tief, fing sich dann aber ebenfalls. Er notierte am Vormittag 0,3 Prozent im Plus.

Viele Anleger setzten nun ihre Hoffnungen auf die Notenbanken. Anleger spekulieren vor allem auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik durch die US-Notenbank Fed, um der Wirtschaft neue Impulse zu verleihen. Die Hoffnung auf weitere Konjunkturstützen hielten auch den Euro über der Marke von 1,24 Dollar.