Euro-Krise

Dax fällt erstmals seit Anfang Januar unter 6000 Punkte

Die Talfahrt geht weiter: Der deutsche Leitindex verlor nach Handelsbeginn 1,4 Prozent und fiel unter die psychologisch wichtige Marke.

Der deutsche Leitindex Dax ist am Montag wegen der anhaltenden Sorgen über die Entwicklung in Europa unter die psychologisch wichtige Marke von 6000 Punkten gerutscht.

Kurz nach Handelsbeginn setzte der Dax seine rasante Talfahrt der vergangenen Wochen fort und verlor 1,4 Prozent auf 5965,87 Punkte. Er notierte damit erstmals seit dem 9. Januar unter der Marke von 6000 Punkten. Seit seinem Jahreshoch von Mitte März büßte der Leitindex damit mehr als 17 Prozent ein.

Laut Händlern wirkten vor allem die enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag noch nach. Auch chinesische Konjunkturdaten dämpften die Kauflaune. Das Wachstum im Dienstleistungssektor hat sich nach offiziellen Daten den zweiten Monat in Folge verlangsamt.

Banger Blick nach Spanien

Die Entwicklungen in Spanien behielten die Investoren ebenfalls im Blick. Laut „Spiegel“ wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble Spanien dazu bringen, Hilfen aus dem Euro-Rettungsfonds zu beantragen. Nach Einschätzung der beiden sei die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone nicht in der Lage, die Schieflage der Banken zu beheben. Insgesamt dürften die Umsätze an den Börsen heute und morgen jedoch relativ gering bleiben: Die britischen Investoren feiern das Thronjubiläum der Queen.

Mit zu den größten Verlierern zählten Volkswagen mit einem Abschlag von 2,5 Prozent. Bei Europas größtem Autobauer werden rund 30 Spitzenmanager neu in Stellung gebracht, um VW bis 2018 an die Weltspitze zu katapultieren. „Die endgültige Bekanntgabe der geplanten Änderungen entsprechen größtenteils den bereits am Freitag von der Presse verlautbarten Plänen und stellen somit keine Überraschung dar“, schrieb DZ-Bank-Analyst Michael Punzet in einem Kommentar. Die Papiere der der Deutschen Börse verbilligten sich um gut ein Prozent.

Auch an anderen Finanzplätzen ging die Talfahrt weiter: So musste die Börse in Tokio zum Start in die neue Handelswoche ebenfalls kräftige Verluste hinnehmen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte fiel um 1,71 Prozent auf 8295,63 Punkte. Der breit gefasste Topix büßte gar 1,89 Prozent ein und schloss auf dem tiefsten Stand seit mehr als 28 Jahren. Auch andere asiatische Aktienmärkte starteten angesichts der ernüchternden US-Konjunkturdaten vom Freitag mit kräftigem Verkaufsdruck in die neue Woche.