Neuer Tiefstand

Facebook-Aktie sinkt erstmals unter 30 Dollar

Der Facebook-Kurs der Aktie liegt jetzt schon unter 29 Dollar – knapp ein Viertel weniger als das Papier beim Börsengang wert war.

Die Facebook-Aktie ist weiter unter Druck. Am Dienstag fiel das Papier des sozialen Netzwerks erstmals unter 30 Dollar. Bei Börsenschluss lag die Aktie bei 28,84 Dollar, ein Verlust von 9,6 Prozent. Seit dem mit Spannung erwarteten Börsendebüt gaben die Wertpapiere des sozialen Netzwerks damit um 24 Prozent nach. Damit haben Anleger, die vor gut zehn Tagen zum Ausgabepreis von 38 Dollar einstiegen, fast ein Viertel ihres Geldes verloren. Damit ist es einer der schlechtesten Börsengänge eines großen Unternehmens.

Dem „Wall Street Journal“ zufolge spekulieren Investoren inzwischen auf weiter sinkende Kurse. Die Zeitung berichtete unter anderem von Optionsgeschäften mit einem Kurs von 25 Dollar.

Nicht einmal ein Bericht der „New York Times“ über ein anstehendes Facebook-Smartphone konnte der Aktie am Dienstag Auftrieb geben. Das Gerät könnte demnach im kommenden Jahr herauskommen. Die Zeitung berief sich bei ihren Angaben unter anderem auf ungenannte Facebook-Mitarbeiter.

Einen Tag vor dem Börsenstart am 18. Mai war die Facebook-Aktie noch mit 38 Dollar bewertet worden. Inzwischen ist allerdings Ernüchterung eingekehrt. Auch am Optionsmarkt stieß die Aktie auf geteiltes Echo. Mit solchen Optionen können professionelle Investoren auf die Entwicklung der Aktie wetten. Der Handel damit begann am Dienstag. Das Wall Street Journal berichtete, dass viele der Geschäfte von einem weiter fallenden Kurs der Aktie ausgehen. Manche sehen die Aktie bis zum Juli nur noch bei 25 Dollar.

Klagen von Investoren

Außerdem reichten mehrere Investoren Klage ein. Die Banken, die den Börsengang organisierten, hätten nur einem ausgewählten Kundenkreis wichtige Informationen über die Geschäftsaussichten Facebooks zukommen lassen, hieß es. Die Investoren werfen den Banken vor, ihre Prognosen für Facebooks Geschäftsentwicklung kurz vor dem Börsengang gesenkt und nur einige Großkunden darüber informiert zu haben. Der Zorn der Anleger ist auch deshalb so groß, weil das Unternehmen und dessen Alteigentümer beim Börsengang rund

16 Milliarden Dollar eingenommen hatten. Auch Gründer Mark Zuckerberg versilberte einen Teil seiner Aktien und nahm dabei gut 1,1 Milliarden Dollar ein, die allerdings größtenteils für Steuerzahlungen verwendet werden sollen. Auch der Wert von Zuckerbergs Facebook-Anteil fiel von gut 19 auf rund 14,5 Milliarden Dollar.

Ungeachtet des unruhigen Aktienkurses treibt Facebook die Ausbaupläne für seine kalifornische Zentrale voran. Dort könnten künftig bis zu 6.600 Beschäftigte arbeiten anstatt bisher höchstens 3.600. Der Stadtrat von Menlo Park im kalifornischen Silicon Valley stimmte den Plänen zu. Zusätzlich zu einer Einmalzahlung von einer Million Dollar will Facebook zehn Jahre lang durchschnittlich jeweils 850.000 Dollar (680.000 Euro) an die Stadtkasse zahlen. Damit soll die Belastung der Infrastruktur ausgeglichen werden.

Das weltgrößte Soziale Netzwerk mit über 900 Millionen Mitgliedern war am Freitag vorletzter Woche an die Börse gegangen. Es sollte ein Triumph werden. Stattdessen wurde es ein Desaster mit technischen Pannen zum Handelsstart und andauernden Kursverlusten.