Kaffeekapseln

Starbucks will mit Krüger groß ins Geschäft einsteigen

Starbucks will mit dem deutschen Partner aus Bergisch Gladbach in das Geschäft mit den Kaffeekapseln einstiegen - noch vor Weihnachten.

Die US-Kaffeehauskette Starbucks und der deutsche Mittelständler Krüger wollen in diesem Jahr mit dem Verkauf von Kaffeekapseln und Einzelportionsmaschinen beginnen. „Das soll noch vor dem Weihnachtsgeschäft losgehen“, sagte Juniorchef Marc Krüger Morgenpost Online. Die Firma für Instantgetränke baut derzeit mit großem Aufwand eine Produktion für Kaffeekapseln am Stammsitz im nordrhein-westfälischen Bergisch Gladbach auf.

Starbucks will mit Krügers Hilfe groß in das Geschäft einsteigen. Zunächst werden die Kaffeemaschinen namens Verismo und die Kapseln mit dem Starbucks-Logo in den USA und in Europa verkauft. Als Referenz für das Projekt dient der Discounter Aldi: Für den Einzelhändler hat Krüger bereits ein Kapselsystem erfolgreich eingeführt – in dem für Aldi Süd wichtigen Markt Australien.

Schlägt alles wie erhofft ein, werden rasch siebenstellige Kapselzahlen abgesetzt. Doch Juniorchef Krüger weiß, dass er allein mithilfe von Starbucks nicht zu den Branchengrößen aufschließen kann. „Dafür müsste noch ein Discounter mitmachen“, sagte er. Dann seien Stückzahlen möglich, die sich für den Massenhersteller wirklich lohnten. Würde Starbucks das dulden? „Wir müssten die schon fragen“, sagte Krüger. Aber die Zustimmung hält er nicht für ausgeschlossen.

40 Millionen Euro für das Starbucks-Abenteuer

Nicht nur Krüger investiert derzeit in das lukrative Kaffeegeschäft. Der Schweizer Großkonzern Nestlé, Konkurrent der Krügers, baut in Mecklenburg-Vorpommern für 220 Millionen Euro ein neues Werk, in dem bis zu zwei Milliarden Kapseln im Jahr hergestellt werden. Marc Krüger kann über solch hohe Investitionssummen nur den Kopf schütteln. „Das lässt sich auch für viel weniger Geld aufbauen“, sagt der Juniorchef der Bergisch Gladbacher.

In der Branche wird geschätzt, dass die Familie Krüger bis zu 40 Millionen Euro in das Starbucks-Abenteuer investiert – bei ähnlich hohen geplanten Stückzahlen wie Nestlé. Grund dafür: Die Familienfirma mit Milliardenumsatz braucht dringend Innovationen: Der Verkauf von Cappuccinopulver und anderen Instantdrinks stagniert, die anderen Bereiche, Babynahrung und Schokolade, sind ebenfalls ausgereizt.

Krüger und Starbucks wollen ihre Geräte und Kapseln am Ende über alle der weltweit 17.000 Läden der Kette vertreiben. Krüger hat seine Kapselmaschine selbst entwickelt: Anfangs ließ man sie in China fertigen, inzwischen hat eine Fabrik in der Schweiz die Auftragsarbeit übernommen. Für Krüger ist die prestigeträchtige Partnerschaft die Lebensversicherung. Dafür müssen allerdings rasch mehrere Hunderttausend Kapselmaschinen verkauft werden. Das Geschäft funktioniert ähnlich wie bei Bürodruckern: In der Anschaffung sind sie günstig, später aber treiben teure Druckpatronen die laufenden Kosten der Kunden nach oben.