Soziales Netzwerk

Zuckerberg läutet Börsengang von Facebook ein

Facebook-Gründer Zuckerberg hat den Handel der Facebook-Aktie symbolisch eröffnet. Das machte viele auf einen Schlag zu Millionären.

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Der größte Internet-Börsengang aller Zeiten hat die US-Technologiebörse Nasdaq überfordert. Der Handel mit Facebook-Aktien hätte eigentlich am Freitag um Punkt 11.00 Uhr New Yorker Zeit (17.00 Uhr europäischer Zeit) beginnen sollen, verzögerte sich aber immer weiter. Erst mit einer halben Stunde Verzug gab es den ersten Kurs.

In der schnelllebigen Börsenwelt ist eine halbe Stunde eine Ewigkeit. Nach Informationen des „Wall Street Journal“ hatten mehrere Händler Probleme, ihre Kauf- und Verkaufaufträge in letzter Minute zu ändern. Facebook hatte einen Teil der Papiere an Privatanleger verkauft. Üblicherweise nehmen fast ausschließlich institutionelle Investoren an Börsengängen teil, das sind etwa Pensionsfonds.

Die Aktie des selbst börsengelisteten Börsenbetreibers Nasdaq fiel angesichts der Panne, erholte sich später aber wieder. Die rein elektronisch handelnde Nasdaq hatte dem viel älteren Rivalen New York Stock Exchange (NYSE) mit seinem Parketthandel den Börsengang von Facebook weggeschnappt. Umso ärgerlicher war nun die Verzögerung.

Aus dem fernen Silicon Valley hatte Mark Zuckerberg am Freitagmorgen die Eröffnungsglocke der New Yorker Technologiebörse Nasdaq geläutet. Zum ersten Handelstag der Aktie des sozialen Netzwerks hatten sich Hunderte Facebook-Mitarbeiter unter freiem Himmel um den Firmengründer gescharrt. Sie feierten den größten Internet-Börsengang aller Zeiten. Viele von ihnen wurden auf einen Schlag zu Millionären.

Zuckerberg stand im bekannten dunklen Kapuzenpulli vor seinen jubelnden Beschäftigten, neben ihm die fürs Tagesgeschäft zuständige Sheryl Sandberg. Die beiden umarmten sich, als die Glocke um Punkt 6.30 Uhr Westküsten-Zeit erklang. In New York war es da 9.30 Uhr und in Deutschland 15.30 Uhr. Die große Videoleinwand der Nasdaq am Times Square im Herzen Manhattans erstrahlte in Facebook-Blau.

Nasdaq-Chef Robert Greifeld hatte sich extra aus New York auf den Weg nach Menlo Park in die Firmenzentrale von Facebook gemacht, um das Ereignis mitzufeiern. Der Börsenchef, der sonst im dunklen Anzug auftritt, hatte sich passend zum Anlass einen grauen Pullover übergeworfen.

Das Unternehmen hatte am Donnerstag einen Ausgabepreis von 38 Dollar je Aktie festgelegt. Der Börsengang ist mit Einnahmen von mindestens 16 Milliarden Dollar (12,6 Milliarden Euro) eine der größten Neuemissionen aller Zeiten.

Insgesamt gibt Facebook rund 421 Millionen Anteilsscheine aus. Das Unternehmen selbst veräußert dabei 180 Millionen Aktien und nimmt damit 6,84 Milliarden Dollar ein. Der Rest geht an Investoren, die frühzeitig in das vor acht Jahren gegründete Unternehmen eingestiegen waren und nun einen Teil ihrer Anteile zu Geld machen. Bei großer Nachfrage könnten noch bis zu gut 63 Millionen weitere Facebook-Aktien angeboten werden. Der gesamte Börsenwert des sozialen Netzwerks beträgt rund 104 Milliarden Dollar. Der eigentliche Handel mit den Aktien sollte voraussichtlich gegen 17 Uhr deutscher Zeit beginnen.