Fettig und ungesund

Irreführung - Nutella-Hersteller muss Millionen zahlen

Jeder US-Bürger, der Nutella gegessen hat, kann jetzt Geld bekommen. Eine Mutter hatte geklagt, dass der Aufstrich gar nicht gesund ist.

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Eine Mutter hat mit einer Klage gegen den Hersteller von Nutella wegen irreführender Werbung in den USA einen millionenschweren Erfolg erzielt. Die Frau hatte der Firma Ferrero USA vorgeworfen, die Schokocreme als „gesundes und nahrhaftes Frühstück“ anzupreisen, obwohl es ähnlich viel Fett und Zucker enthalte wie ein Schokoriegel.

Die im kalifornischen San Diego lebende Athena Hohenberg, Mutter eines Kindes, sei „schockiert“ gewesen zu erfahren, dass Nutella „nicht gesund“, sondern einen „gefährlich“ hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren, hieß es in der Klageschrift.

Das Unternehmen einigte sich jetzt nach einem monatelangen Gerichtsverfahren mit der Gegenseite auf einen Vergleich, der Zahlungen an Nutella-Käufer in den USA von insgesamt gut drei Millionen Dollar (2,26 Millionen Euro) vorsieht.

Jeder, der in den vergangenen drei bis vier Jahren in den USA Nutella gekauft habe, könne eine Zahlung bis zu 20 Dollar einfordern, heißt in der offiziellen Darstellung zu dem Vergleich. Das entspreche dem typischen Preis von fünf Gläsern des Brotausstrichs. Bis zum 5. Juli haben demnach Käufer Zeit, ihre Ansprüche geltend zu machen.

Zugleich versicherte der US-amerikanische Ableger der italienischen Ferrero-Gruppe, „bestimmte Marketing-Äußerungen zu Nutella zu ändern“. Auch sollten die Informationen über Zutaten und Nährwerte in Zukunft „detaillierter“ angegeben werden. Die Mutter hatte argumentiert, dass die Werbung die Creme gesünder erscheinen ließ, als sie in Wirklichkeit ist.

Ferrero USA hat laut den Gerichtsdokumenten zwar keine Fehler eingeräumt, aber angekündigt, „gewisse Aussagen“ über Nutella „zu modifizieren“. Das Unternehmen war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Nutella wird in über einhundert Ländern weltweit verkauft. Der 1944 von Pietro Ferrero im norditalienischen Alba erfundene Aufstrich enthält vor allem Zucker, Palmöl, Haselnüsse, Kakao und fettarme Milch. Das Unternehmen gehört zu den weltweit führenden Süßwarenherstellern mit einem Jahresumsatz von zuletzt 7,2 Milliarden Euro. Neben Nutella zählen Duplo, Hanuta, Mon Cheri und Kinderschokolade zu den bekanntesten Produkten des Konzerns.

In den USA gibt es häufig Klagen gegen Lebensmittelhersteller - sei es wegen irreführender Werbung oder wegen Produkthaftungsfragen.

Die Fast-Food-Kette Taco Bell sah sich im Vorjahr dem – letztlich haltlosen – Vorwurf ausgesetzt, dass die Fleischgerichte zu wenig Fleisch enthielten. Konkurrent McDonald's sollte einmal Millionen zahlen, weil heißer Kaffee einer Frau Verbrennungen zugefügt hatte.

Generell sind Raucher-, Asbest- und Brustimplantat-Klagen oder Prozesse gegen Autohersteller und Pharmaunternehmen ein Milliardengeschäft.