Gewinnrückgang

Facebook schwächelt vor dem Börsengang

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Das weltgrößte soziale Netzwerk gewinnt weiter neue Nutzer. Doch Facebook muss einräumen, dass das finanzielle Wachstum seine Grenzen habe.

Kurz vor dem geplanten Börsengang zeigt Facebook erste Schwächen bei Umsatz und Gewinn: Das weltgrößte soziale Netzwerk Facebook hat zum ersten Mal seit mindestens zwei Jahren im Quartalsvergleich seinen Umsatz nicht steigern können. Der Rückgang im ersten Geschäftsquartal um sechs Prozent gehe auf normale saisonale Schwankungen bei der Werbung zurück, teilte das US-Unternehmen in einer aktualisierten Mitteilung an die Börsenaufsicht mit.

Dieser Effekt sei möglicherweise bislang von dem starken Werbewachstum „zum Teil maskiert worden“, hieß es weiter. Im Jahresvergleich stiegt der Umsatz um 45 Prozent auf 1,06 Milliarden Dollar, der Nettogewinn sank um zwölf Prozent auf 205 Millionen Dollar.

„Das musste irgendwann geschehen“, sagt Anupam Palit von GreenCrest Capital zum Umsatz. Das Wachstum werde sich verlangsamen. Brian Wieser von der Pivotal Research Group wies darauf hin, dass Facebook als ein Unternehmen wahrgenommen werde, das sehr schnell wachse. Unter diesen Umständen bereite jede Wachstumsschwäche – „egal ob in Folge oder jährlich“ - den Investoren Sorge.

Facebook bleibt der Mitteilung zufolge stark abhängig vom Videospielhersteller Zynga („Mafia Wars“, „Angry Birds“). Fast ein Viertel der Einnahmen, 23 Prozent, seien direkt auf Zynga zurückzuführen. Der Großteil der Einnahmen hat Facebook mit Werbung gemacht. Im Vergleich mit dem letzten Quartal sind die Einnahmen um 6 Prozent zurückgegangen, ein „saisonaler Rückgang“, wie Facebook mitteilt.

Netzwerk stärkt Patenteportfolio

Zuvor wurde am Montag bekannt, dass Facebook einen Teil eines Patente-Pakets erworben hat, das AOL kürzlich an Microsoft abgestoßen hatte. 550 Millionen Dollar zahlte Facebook Microsoft einer Mitteilung zufolge. „Ein wichtiger Zukauf für Facebook“, sagte Ted Ullyot, Facebooks Chefjustiziar, in einer Mitteilung. Dank des neuen Patentepakets könne Facebook seine Interessen „langfristig schützen“, sagte Ullyot weiter.

Um welche Technologien es sich bei den 650 Patenten handelt, wurde nicht bekannt. Facebook befindet sich derzeit in einem Gerichtsstreit mit dem um Gewinn und Nutzer kämpfenden Internetriesen Yahoo. Experten sagten in US-Medien, Facebook wolle sich mit dem Patentekauf in diesem Gerichtsverfahren Vorteile verschaffen. Yahoo bestreitet diese Annahme, und bezeichnete den Kauf in einem Bericht der „New York Times“ als „Zeichen der Schwäche“.

Details zum Instagram-Deal, mehr Nutzer

Im Quartalsbericht von Facebook wurden zudem neue Details zum Zukauf der Fotoapp Instagram von Anfang April bekannt. Facebook habe den Kauf mit 300 Millionen Dollar in Cash und 23 Millionen Aktien à je 30,89 Dollar abgewickelt. Außerdem hat Facebook Instagram eine Zahlung von 200 Millionen Dollar versprochen, falls der Deal bei den Kartellbehörden nicht zugelassen würde.

Weiterhin auf Wachstumskurs ist Facebook auch bei seinen Nutzerzahlen: 901 Millionen Menschen weltweit sind jeden Monat auf dem Netzwerk aktiv. Im Dezember waren es noch 845 Millionen. Auch bei den Mobilzugriffen konnte das soziale Netzwerk zulegen. Hier stieg die Anzahl Nutzer von 423 auf 488 Millionen. Vor allem in Brasilien, Indien und den USA werde Facebook auf mobilen Geräten vermehrt genutzt, hieß es.

Facebook ist das größte soziale Netzwerk der Welt und steht kurz vor dem Gang an die Börse. Medienberichten zufolge soll der milliardenschwere Börsengang Mitte Mai stattfinden.