Sparpläne

Lufthansa will Erste Klasse auf vielen Flügen streichen

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Die Airline kämpft mit der Konkurrenz von Billigfliegern und arabischen Fluggesellschaften. Jetzt wurde ein rigoroses Sparpaket vorgelegt.

Mit einer strafferen Organisation, einer geringeren Anzahl an Flugzeugtypen und deutlich weniger First-Class-Abteilen auf Langstreckenflügen will die Lufthansa ihr Ergebnis um 900 Millionen Euro verbessern. Ein Sprecher von Deutschlands größter Airline bestätigte am Sonnabend einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“.

Das Blatt hatte aus einem Brief von Passagier-Vorstand Carsten Spohr an die Mitarbeiter zitiert, in dem er seine Pläne skizziert. Die Lufthansa kämpft mit der Konkurrenz von Billigfliegern und arabischen Airlines. Im vergangenen Jahr war ein Nettoverlust von 13 Millionen Euro aufgelaufen.

Im Rahmen des angekündigten Score-Programms solle das Passagiergeschäft 600 Millionen Euro einsparen und 300 Millionen an zusätzlichen Umsätzen erwirtschaften. Die Vorhaben im Passagiergeschäft seien ein „erster konkreter Plan, um das anzugehen. Es werden aber noch weitere Maßnahmen folgen“, sagte der Lufthansa-Sprecher. Kündigungen seien im Rahmen des Programms nicht ausgeschlossen, es gebe aber noch keine konkreten Pläne für Entlassungen.

Flugzeug-Flotte soll zunächst nicht ausgebaut werden

Ein wichtiger Teil des Sparpakets besteht in der organisatorischen Zusammenlegung des Geschäfts außerhalb der Drehkreuze München und Frankfurt mit der konzerneigenen Billigtochter Germanwings. Hier könnten Aufgaben wie Verwaltung oder Buchungsplanung gemeinsam erledigt werden. „Wie die Flieger dann lackiert sind, ist aber noch nicht entschieden“, sagte der Sprecher.

Daneben plant Lufthansa, die Flugzeug-Flotte in den nächsten drei Jahren nicht mehr auszubauen. Zugleich sollen die Boeing-737-Modelle bis 2016 ausgemustert werden. Die gemeinsame Flotte von Lufthansa und Germanwings solle dann nur noch mit Modellen der A320-Familie von Airbus fliegen. Dafür müssten über die ohnehin bereits georderten Flugzeuge hinaus keine zusätzlichen Flieger gekauft werden, sagte der Sprecher.

Auf Langstreckenflügen will die Lufthansa in ihren Großraumflugzeugen künftig außerdem deutlich weniger Verbindungen mit einer Ersten Klasse anbieten als bisher. Diese solle es nur noch auf Strecken geben, auf denen sie sich finanziell lohnt, hieß es.

Verdi befürchtet Personalabbau und Lohnkürzungen

Mit ihren drastischen Sparplänen bringt die Airline die Gewerkschaften gegen sich auf. „Wir befürchten einen Personalabbau und Lohnkürzungen, und wir werden alles tun, hier einen Riegel vorzuschieben“, sagte eine Verdi-Sprecherin am Sonnabend. „Die Lufthansa macht im operativen Geschäft guten Gewinn, und wir sehen diesen Sparkurs als nicht notwendig an.“

Es sei ein Unding, wenn die Mitarbeiter, die gute Arbeit leisteten, dafür bezahlen sollten, dass Lufthansa noch mehr Gewinn wolle, sagte die Verdi-Sprecherin weiter.

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo zeigte sich überrascht. „Der Brief kam unerwartet und wir sehen das als ein ernstes Droh-Szenario. Die Verunsicherung der Mitarbeiter ist natürlich groß“, sagte ein Sprecher.