Neuer Dienstwagen

Hartmut Mehdorn lässt Air-Berlin-Vorstand Mini fahren

Im Zuge seines Sparprogramms hat der Air-Berlin-Chef dem Vorstand kleinere Dienstwagen verordnet - ohne Chauffeur.

Foto: BMW Group MediaPool

Hohe Energiepreise, neue Abgaben und, und, und … die Fluggesellschaften haben derzeit wahrlich mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Bei der Nummer zwei in Deutschland, der Luftfahrtgesellschaft Air Berlin, setzt daher jetzt das Topmanagement ein Signal der Bescheidenheit: Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn hat sich und seinen drei Vorstandskollegen Sparsamkeit der ungewöhnlichen Art verordnet. Die Chefs fahren nach Informationen von Morgenpost Online seit dem Winter den Kleinstwagen Mini aus dem Hause BMW als Dienstfahrzeug. Der Umstieg wurde bisher öffentlich nicht kommuniziert, er wird aber vom Unternehmen bestätigt. Die vier Herren seien „natürlich ohne Chauffeur“ unterwegs, sagt ein Sprecher.

Das Sparprogramm zahlt sich aus

Ex-Bahnchef Hartmut Mehdorn ist bei der Airline als Sanierer angetreten und lässt nichts unversucht, die Kosten zu drücken. Das ist auch nötig, denn Air Berlin ist in schweren Turbulenzen. Das Unternehmen hatte für das vergangene Geschäftsjahr einen Rekordverlust von 272 Millionen Euro bekannt gegeben. Mithilfe des Programms „Shape & Size“ will Mehdorn wieder durchstarten. Die Airline hatte bereits zum Winter unrentable Verbindungen gestrichen und eine Verkleinerung der Flugzeugflotte eingeleitet. Erste Erfolge des Sparprogramms sind bereits zu sehen. Im ersten Quartal beförderte Air Berlin zwar nur 6,51 Millionen Passagiere und damit 5,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Dabei reduzierte die Fluggesellschaft die Kapazität um ein Zehntel. Die Auslastung legte aber entsprechend um 3,8 Punkte auf 76,3 Prozent zu. Das ist ein entscheidender Punkt, um die Kosten in den Griff zu bekommen. Dass die Vorstände nun auf kleinere Dienstwagen umsteigen, ist also nur ein winziges Mosaiksteinchen im Sparplan des Hartmut Mehdorn – allerdings eines mit Signalwirkung für die gesamte Belegschaft.

150 Länder weltweit

Neben Sparmaßnahmen setzt Air Berlin auf neue Verbindungen: Mit dem jüngst vollzogenen Eintritt in die Luftfahrt-Allianz Oneworld wird das Angebot für die Kundschaft auf einen Schlag vervielfacht: Bisher flog Air Berlin 40 Länder an, seit April können Passagiere mit Air Berlin und ihren Partner-Airlines in 150 Länder weltweit zu insgesamt 800 Zielen fliegen. Wer etwa nach Honolulu auf Hawaii oder Cairns in Australien reisen will, kann künftig bei Air Berlin buchen – muss auf dem Weg dorthin dann aber immer noch mehrmals umsteigen. Für Geschäftsleute ist es aber wichtig, dass sie dann bei einer Fluggesellschaft der Allianz – zu der neben Air Berlin unter anderem American Airlines, British Airways, die spanische Iberia und die australische Qantas gehören – Vielfliegerpunkte sammeln können und diese dann bei allen anderen Mitgliedern des Bündnisses einsetzen können, um Freiflüge und andere Prämien einzulösen. Nach Streckenstreichungen bietet Air Berlin aber auch neue Verbindungen an. Als erste Fluggesellschaft Deutschlands wird ab 5. Juni drei Mal pro Woche von Berlin nach Kaliningrad geflogen.