Billigflieger

Ryanair-Chef meidet den neuen Flughafen BER

Berlin gehört offenbar nicht zu den Lieblingszielen von Ryanair-Chef Michael O'Leary. Stattdessen plant er andere neue deutsche Destinationen.

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Michael O'Leary hat sich als großer Fan des Flughafens Berlin-Tegel geoutet. „Den würden wir sofort anfliegen und alleine komplett füllen“, sagte der Vorstandschef des irischen Billigfliegers Ryanair Morgenpost Online.

Für den Großflughafen BER in Berlin-Schönefeld kann er sich allerdings nicht so richtig erwärmen. Für seine Airline werde der BER kein relevantes Drehkreuz. „Dort werden wir unsere Aktivitäten in Zukunft eher reduzieren als ausbauen“, sagte O'Leary. Derzeit bedienen die Iren von Schönefeld aus sechs Verbindungen.

Grundsätzlich will Ryanair in Deutschland aber expandieren. „Wir sind derzeit mit zehn Flughäfen im Gespräch“, sagte O'Leary. Aktuell bedient Ryanair hierzulande bereits neun Destinationen, ab Mitte Mai kommt mit dem Flughafen Köln/Bonn eine zehnte hinzu.

Zum Start werden von dort zwei Strecken angeboten: nach Barcelona und nach Mallorca. Standort Nummer elf könnte dann möglicherweise zum Start des Winterflugplans im November folgen.

Mit der Deutschland-Offensive vollzieht Ryanair eine Kehrtwende. Denn noch vor einem Jahr hatten die Iren ihren Flugplan hierzulande zusammengestrichen, nachdem eine Luftverkehrsabgabe in Kraft getreten war.

Die Passagierzahl von Ryanair in Deutschland sank daraufhin von zehn Millionen im Jahr 2010 auf nur noch acht Millionen im vergangenen Jahr. 2012 nun rechnet O'Leary wieder mit zehn Millionen Passagieren an den deutschen Flughäfen.

Weniger Eiswürfel und Toiletten

Abseits der Flugrouten arbeitet Ryanair weiterhin an ungewöhnlichen Projekten. So würde O'Leary gerne Stehplätze mit Haltegriffen im Flugzeug anbieten – wie in der U-Bahn. Bislang aber untersagen die Sicherheitsbehörden entsprechende Pläne, selbst Testflüge wurden verboten.

Zudem denkt der Billiganbieter weiter darüber nach, die Zahl der Toiletten an Bord zu reduzieren, um weitere sechs Sitzplätze einbauen zu können. Damit das verbliebene WC nicht zu stark frequentiert wird, soll für den Toilettengang dann eine Gebühr verlangt werden.

Weitere kuriose Zusatzabgaben werden dagegen nicht erwogen, versichert O'Leary. 2011 hatte seine Fluglinie noch die Koffergebühren stark erhöht. Die Preise für die Gepäckaufgabe stiegen teilweise auf mehr als das Doppelte des vorherigen Wertes. Für einen 20-Kilo-Koffer können nun bis zu 105 Euro fällig werden.

"Mit dem Ölpreis hat das nichts zu tun“, meint O'Leary. „Wir wollen einfach das Gepäck loswerden. Das spart Gewicht und damit Kosten.“ Zur Lastenreduzierung wird aber nicht nur beim Gepäck angesetzt: Künftig sollen auch die Bord-Magazine von Ryanair weniger Seiten haben und die Getränke mit weniger Eiswürfeln serviert werden.