Fachkräftemangel

Spaniens Jugend könnte deutschen Firmen weiterhelfen

Die Politik muss es für EU-Ausländer einfacher machen, nach Deutschland zu kommen. Denn in Südeuropa ist mehr als die Hälfte der jungen Leute ohne Arbeit. Eine Chance für hiesige Unternehmen.

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Angesichts der Erfolgsmeldungen aus der deutschen Wirtschaft klingen die Warnungen der OECD vor einer wirtschaftlichen Stagnation seltsam deplatziert. Was soll der Fingerzeig, wird sich mancher fragen, hierzulande läuft doch alles richtig. Für den Moment mag das gelten, langfristig aber nicht. Denn Deutschlands Bevölkerung schrumpft und altert schnell. Beide Entwicklungen gefährden langfristig den Wohlstand hierzulande.

Bereits jetzt klagen Firmen über offene Stellen, die sie nicht besetzten können; schon lange geht es dabei nicht mehr nur um IT-Kräfte und Ingenieure. Vor allem kleine und mittlere Firmen könnten stärker wachsen, wenn sie nur ausreichend qualifiziertes Personal fänden. Sicherlich müssen die Unternehmen selbst gute Kandidaten suchen. Und teilweise haben Kritiker Recht, die Firmen vorwerfen, nicht ausreichend auszubilden oder zu hohe Ansprüche an Bewerber zu stellen.

Rahmenbedingungen für Arbeitsmarkt setzen

Das entlastet allerdings den Staat nicht, der in unserer sozialen Marktwirtschaft die Rahmenbedingungen für einen gut funktionierenden Arbeitsmarkt setzen muss. Dazu gehört auch der Blick über die Grenzen hinaus: In Teilen Südeuropas sind mehr als die Hälfte der jungen Leute ohne Arbeit, darunter viele Studenten und Fachkräfte.

Ein Arbeitsplatz in einem Unternehmen hierzulande ist nicht nur für diese jungen Erwachsenen eine Chance, sondern auch für die hiesigen Betriebe. Die OECD beklagt daher zurecht, wie schwierig es für EU-Bürger ist, außerhalb ihres Heimatlandes zu arbeiten. Die Politik muss das ändern, indem sie es für EU-Ausländer einfacher macht, nach Deutschland zu kommen und indem sie in Brüssel auf bessere Regeln für Jobwechsel innerhalb der EU drängt. Alles andere wäre kurzsichtig.