Neue Lotterie

Der Eurojackpot droht ein Flop zu werden

Eigentlich hätte der Eurojackpot ein neues Zeitalter der Lotteriegeschichte einläuten sollen, doch die Lose werden kaum gekauft. Die Spieleinnahmen lagen bisher bei nur 13,2 Millionen Euro.

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Der mit viel Marketingaufwand initiierte Eurojackpot ist mehr als holperig angelaufen: Erst vor knapp zwei Wochen war das von sieben europäischen Ländern organisierte Lotterieangebot gestartet, doch nach Informationen von Morgenpost Online ist die Beteiligung deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Die Spieleinnahmen für die erste Ziehung lagen bei mageren 13,2 Millionen Euro – und damit nur wenig höher als der in Aussicht gestellte wöchentliche Mindestjackpot von 10 Millionen Euro. Zum Vergleich: Das Konkurrenzprodukt Euromillions, mit dem zunächst Frankreich, Spanien und England vor fast acht Jahren an den Start gingen, hatte gleich zu Beginn gut 36 Millionen Euro eingespielt.

Noch zum Start des Losverkaufs Mitte März hatten die staatlichen Lottogesellschaften hierzulande euphorisch ein „neues Zeitalter der Lotteriegeschichte“ beschworen und zusätzliche Einnahmen von bis zu 500 Millionen Euro allein in diesem Jahr in Aussicht gestellt.

Noch nie wurden so wenig Lose verkauft

Angesichts des mageren Auftakts wachsen jedoch inzwischen die Zweifel an dem großen Potenzial des neuen Lottospiels. „Ich bin besorgt“, sagte Norman Faber, privater Lotterievermittler und Präsident des Deutschen Lottoverbands, Morgenpost Online: Insbesondere seien auch die Kannibalisierungseffekte bei den bestehenden Lottoangeboten gefährlich unterschätzt worden.

Tatsächlich wurden in der vergangenen Woche so wenig Lose für das Spiel „6 aus 49“ verkauft wie fast nie zuvor: Hatten die Einnahmen in den Wochen davor im Schnitt bei 46 bis 47 Millionen Euro gelegen, investierten Lottofans deutschlandweit diesmal nur 44,3 Millionen Euro.

Den Umsatzschwund erklären Branchenexperten damit, dass vergleichsweise viele Spieler zum Eurojackpot hinübergewechselt waren – statt wie erhofft an zwei Stellen Kreuzchen zu machen.

Für die staatlichen Lottogesellschaften sind das äußerst schlechte Nachrichten, hatten sie sich von dem Eurojackpot doch einen Befreiungsschlag erhofft. Vor allem in Folge politisch verfügter Werbebeschränkungen mussten die Anbieter in den vergangenen Jahren schmerzhafte Umsatzeinbrüche verkraften – die das neue Lotterieangebot zumindest zum Teil kompensieren sollte.

Zumindest nach außen gibt man sich dennoch gelassen und wirbt um Geduld: Bis sich ein solches Angebot am Markt durchsetze, brauche es einfach Zeit, heißt es.