Starker Wettbewerb

Chinesische Airline drängt auf Billigflieger-Markt

Die Luftfahrtbranche ist weltweit hart umkämpft: Mit Billig-Angeboten lockt eine chinesische Fluglinie neue Passagiere an. Gespart wird vor allem am Service für die Fluggäste.

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Gemeinsam mit Australiens Branchenprimus Qantas drängt eine erste große chinesische Fluggesellschaft in den umkämpften Billigflieger-Markt. Für den Aufbau eines neuen regionalen Anbieters verbündet sich China Eastern Airlines mit dem Qantas-Ableger Jetstar.

Die Gemeinschaftsfirma Jetstar Hong Kong soll Mitte kommenden Jahres mit drei Airbus-Maschinen vom Typ A320 starten, wie Qantas ankündigte. Bis 2015 soll die Flotte auf 18 Flieger ausgebaut werden. Dazu wollen die beiden Partner bis zu knapp 200 Millionen Dollar innerhalb von drei Jahren investieren.

Für China Eastern, die chinesische Fluglinie mit den zweithöchsten Passagierzahlen, bedeuten die Pläne die Premiere im wachsenden, aber überfüllten Billigflieger-Geschäft. Qantas wiederum verschafft sich einen Zugang zu China, dem wichtigsten Wachstumsmarkt der Luftfahrtbranche , und kann davon profitieren, dass die Betriebskosten in Asien deutlich niedriger sind als zuhause. Der Qantas-Ableger Jetstar ist bereits in Australien und Neuseeland tätig. In Singapur, Japan sowie Vietnam ist er mit Gemeinschaftsunternehmen vertreten.

Auch Iberia mit neuem Billig-Ableger

Auch in Europa nimmt die Konkurrenz unter den Billigfliegern weiter zu. Die spanische Billigfluggesellschaft Iberia Express hat am Sonntag ihren Betrieb aufgenommen. Die Iberia-Tochter fliegt von Madrid nach Alicante, Málaga, Palma de Mallorca und Sevilla und verfügt zunächst über vier Flugzeuge. Sie will ihre Flotte bis zum Jahresende auf 14 Maschinen ausbauen und 20 Ziele in Spanien und anderen europäischen Ländern anfliegen.

Iberia Express wolle 2012 insgesamt 2,5 Millionen Passagiere befördern, sagte Geschäftsführer Luis Gallego. Die Fluggäste konnten ihre Tickets zunächst nur über die Muttergesellschaft erwerben. Die Tochter will ihren Online-Verkauf in der kommenden Woche starten.

Die Gründung der Billigfluggesellschaft war bei den Iberia-Piloten und anderen Beschäftigten auf heftige Proteste gestoßen. Die Piloten traten wiederholt in den Streik . Ein Schlichtungsverfahren soll zu einer Lösung des Konflikts führen. Die Gewerkschaften drohten mit weiteren Streiks, wenn das Verfahren scheitert.

Europas Luftfahrtindustrie kämpft mit hohen Ölpreisen und einer schleppenden Nachfrage in den vergangenen Monaten. Branchenexperten zufolge dürften die Billigflieger neues Geschäft anziehen, weil viele Kunden sparsamer werden.

Easy Jet trotzt Branchenflaute

Deswegen macht auch Europas zweitgrößter Billigfliger Easy Jet Fortschritte im Kampf gegen die Branchenflaute. Dank strengerer Kostenkontrolle und eines verbesserten Marketings werde der Verlust im ablaufenden ersten Geschäftshalbjahr (per Ende März) geringer ausfallen als erwartet, kündigte das britische Unternehmen an.

Vor Steuern werde das Minus voraussichtlich 110 bis 120 Millionen Pfund betragen. Die bisherige Prognose lag bei 140 bis 160 Millionen Pfund. Auch bei der wichtigen Kennziffer des Umsatzes pro Passagier zeigte sich das Management optimistischer. Der Zuwachs auf Basis konstanter Wechselkurse werde mit etwas über zehn Prozent höher ausfallen als erwartet.

EasyJet profitierte nach eigener Auskunft davon, dass schwächere Konkurrenten unter dem Druck erschwerter Bedingungen in den vergangenen Monaten den Markt verlassen haben.

An der Börse kam der Ausblick gut an: Die Easy Jet-Aktie hob im frühen Handel ab und notierte fast acht Prozent höher.